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„Friedensschlag“ von Gerardo Milsztein im Kino

„Voll hässlich alles, ich schwör’s dir …“, flüstert Denis. Sein Gesicht drückt Angst und Wut aus. Wenn er es nicht packt, kommt er in den Knast. Fünf straffällig gewordene junge Männer zwischen 16 und 19 begleitet dieser Film durch ein Maßnahmenjahr der besonderen Art: Boxen lernen als Konfrontation mit sich selbst und mit der Realität. Manchmal blitzt das mafiose Charisma eines Protagonisten auf, und immer wieder auch Intelligenz und Witz. Nur ist das hier kein durchgeknallter „Fight Club“ mit Brad Pitt und auch kein Gangsta Movie, sondern ein Dokumentarfilm von Gerardo Milsztein.
Zu sehen sind echte Jungs mit echten Problemen, die trotz gewalttätiger Vorgeschichte gar keine Lust auf Boxen haben und viel lieber kiffen wollen. Geradezu revolutionär der Mut und die Menschlichkeit, mit der Rupert Voß und Werner Makella, die Gründer der seit 2002 bestehenden Work & Box Company, es schaffen, allmählich das Vertrauen und den Respekt ihrer Schützlinge zu gewinnen, und tatsächlich Erfolg haben. „Friedensschlag“ ist angesichts der Ohnmacht unserer Gesellschaft gegenüber gewaltbereiten Jugendlichen eine gute Antwort.

Text: Iris Depping

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Friedensschlag“ im Kino in Berlin

Friedensschlag, Deutschland 2010; Regie: Gerardo Milsztein; Farbe, 107 Minuten

Kinostart: 15. April

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