Komödie

„Frühstück bei Monsieur Henri“ im Kino

Stinkstiefelei und ­Lebenslust: Claude Brasseur lädt zum „Frühstück bei Monsieur Henri“

Foto: Neue Visionen

Er ist am 15. Juni 80 Jahre alt geworden, der große Claude Brasseur, Star unzähliger Filme unter der Regie von Godard bis Truffaut. Hier nun darf Brasseur ausgiebig herumstänkern. Er spielt besagten Monsieur Henri, einen pensionierten Steuerberater, der seit dem Tod seiner Frau vor 30 Jahren alleine in einer großen Pariser Wohnung lebt und jeglichen sozialen Kontakt meidet. Doch nun hat ihn sein Sohn Paul dazu verdonnert, ein Zimmer an einen Studierenden unterzuvermieten. Auftritt Constance: Die hübsche 20-Jährige leidet unter Prüfungsangst, will es aber an der Uni schaffen. Die lebenslustige Frau und der Griesgram geraten zwar sofort aneinander, dennoch lässt Henri sie bei sich einziehen. Natürlich nicht ohne Hintergedanken. Henri macht Constance ein unmoralisches Angebot: Sie soll für einen Mietnachlass Paul bezirzen. Lässt dieser sich drauf ein, dann sei seine Ehe mit der steifen, Valerie keinen Pfifferling wert. Aus Geldmangel willigt Constance ein.
Das Angenehme an dieser Komödie: Sie setzt nicht wie etliche französische Filme auf Schenkelklatschhumor; Autor und Regisseur Ivan Calbérac nähert sich seinen Figuren behutsam. Das ist zwar mitunter ein wenig lahm, lässt die Protagonisten aber lebensecht erscheinen. Die Message „Bleibe dir selbst treu“ wird vor allem an Paul durchexerziert: In dem Moment, indem er zum Berufsjugendlichen mutiert, weil er Constance gefallen will, wird er lächerlich, und eben nicht vorher als aufrichtiger Langweiler. Über allem schwebt ein Claude Brasseur mit der Gelassenheit des Alters.

L’étudiante et Monsieur Henri (OT) F 2015, 99 Min., R: Ivan Calbérac, D: Claude Brasseur, Noémie Schmidt, Guillaume de Tonquédec, Start: 21.7.

Bewertungspunkte3

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