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„Fünf Tage ohne Nora“ im Kino

Fünf Tage ohne Nora

Fünf Tage lang muss Josй mit einer Leiche leben. In der Wohnung seiner Exfrau, die nach vierzehn vergeblichen Selbstmordversuchen mit einer gewaltigen Überdosis Tabletten endlich den Tod gefunden hat. Vorher hatte sie noch den Tisch gedeckt und Essen gekauft für ein Festmahl. Der alte Josй würde die Verstorbene am liebsten gleich unter die Erde bringen, aber religiöse Vorschriften nötigen den Atheisten, erst das Pessach-Fest und den Sabbat abzuwarten – seine ehemalige Gemahlin war gläubige Jüdin. Während die mit Eis gekühlte Leiche der Beisetzung harrt, finden sich allerlei Leute ein und fallen Josй mächtig auf die Nerven: ein orthodoxer Rabbi, ein beflissener Betbruder, der Ex-Liebhaber und die katholische Köchin der Toten, eine kurzsichtige Cousine und der Sohn samt Familie.
Der 33-jährigen Mexikanerin Mariana Chenillo ist mit ihrem ersten Spielfilm eine reife Regieleistung gelungen. Mit verhaltenem Humor und trefflich besetztem Schauspieler-Ensemble thematisiert sie in diesem tragikomischen Kammerspiel Glaubenskonflikte und zeigt, wie eine Tote die Beziehungen der Lebenden prägt.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Fünf Tage ohne Nora“ im Kino in Berlin

Fünf Tage ohne Nora (Cinco dias sin Nora), Mexiko 2009; Regie: Mariana Chenillo; Darsteller: Fernando Lujбn (Josй), Ari Brickman (Rubйn), Erique Arreola (Moisйs); 92 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 11. November

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