Krimikomödie

„Game Night“ im Kino

Aus Spaß wird Ernst: Eine „Game Night“ gerät völlig außer Kontrolle

Warner

Max hat einen zwanghaften Drang nach Selbstbestätigung, eine Folge von Demütigungen in der Kindheit durch seinen Bruder Brooks, der in allem erfolgreicher war. Auch bei den Ratespielabenden mit seiner Frau und Freunden setzt Max alles daran, die anderen zu übertrumpfen und smart zu wirken. Das führt zu Peinlichkeiten und Sticheleien, die den Spielspaß trüben. Richtig ernst wird es bei einem von Brooks organisierten Kidnapping Game, das außer Kontrolle gerät, als er tatsächlich entführt wird – und Blut fließt.

Die Kriminalkomödie unterhält wortreich mit einer flott montierten Mixtur aus Frotzeleien, Filmzitaten, Situationskomik und gelegentlichen Action-Sequenzen, besonders vergnüglich ist das Gerangel um ein Fabergé-Ei in einer riesigen Luxusvilla. Andere Witze klemmen, die Dialoge bewegen sich meist auf Boulevardtheater-Niveau. Es ist dem spielfreudig agierenden Hauptdarsteller-­Ensemble und dem trockenen Humor von Jason Bateman als Max zu verdanken, dass die Komödie nicht zur Klamotte verkommt. Batemans Masche, bei verbalen Pointen oder heiklen Situationen ein komplett ausdrucksloses Gesicht zu wahren, wird nur noch von Jesse Plemons getoppt, der mit missmutiger Miene einen einsamen Nachbarn in Polizeiuniform verkörpert und dabei eigenartig sinister wirkt – gut vorstellbar, dass dieser Sauertopf ein paar Leichen im Keller hat.

Game Night USA 2017, 96 Min., R: John Francis Daley & Jonathan Goldstein, D: Rachel McAdams, Jason Bateman, Kyle Chandler, Jesse Plemons, Start: 1.3.

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