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George Clooney und Brad Pitt als Idioten

Burn_After_Reading_cast_u.a.George_Clooney.Brad_Pitt.Tilda_SwantonDie Coen-Brueder haben mit ihrem neuen Film Burn After Reading das Filmfestival von Venedig eröffnet. Nach dem oscarprämierten Texasdrama No Country for Old Men haben die Coens diesmal wieder eine Komödie gedreht. Doch wenn man sie fragt, ob sie nach dem grimmigen No Country for Old Men sich nun bewusst für einen leichteren Stoff entschieden haben, bekommt man eine typische Coens-Antwort: „Wir sind uns uns nicht ganz sicher, was bei uns die Komödien und was die Dramen sind.”

Auf der Pressekonferenz, die die Coens zu Burn After Reading gaben, standen ansonsten aber George Clooney und Brad Pitt im Mittelpunkt. Sie spielen in dem neuen Coens-Stück Männer mit limitierter Intelligenz und grundeinfachen Bedürfnissen. Clooney hat als Finanzsheriff nur im Sinn, die nächste Frau flachzulegen und danach joggen zu gehen. Pitt hingegen brilliert als selten dämlicher Fitnesstrainer, der einen CIA-Agenten erpressen will. Seine Dummheit wird dabei nur von seiner Gier übertrumpft. Burn After Reading hat einen ganzen Haufen von Kretins zu bieten, die sich im intriganten Washington in die Quere kommen und auf idiotische Weise zwei Tote produzieren. Aus dieser Ansammlung von Gier und Dummheit ragen die Rollen von Clooney und Pitt tatsächlich mit ihrem Idiotentum noch heraus.

Auf der Pressekonferenz erzählten die Coens, dass sie beim Drehbuchschreiben die Schauspieler für die Rollen vor Augen gehabt haben. Dieser Ball wurde dankbar von Clooney und Pitt aufgenommen. Clooney: „Das beunruhigt mich jetzt sehr,wenn ich mir ankucke, welche Rolle die Coens mir zugedacht haben.”

George_Clooney_and_Brad_PittDabei ist der Idiot nicht Neues im Clooney-Repertoire. Für die Coens machte er sich schon in Brother, Where Art Thou? und in Ein (un)möglicher Härtefall zum Deppen. In Venedig verkündete Clooney nun, Burn After Reading sei für ihn persönlich nun das Ende der Idioten-Trilogie. Brad Pitt assistierte: „Seit Jahren versuche ich, mit den Coens einen Film zu drehen. Ich war sehr froh, dass sie mich genommen haben. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich mich geschmeichelt oder beleidigt fühlen soll.”

Das Idioten-Panorama Burn After Reading ist natürlich kein politischer Film. Oder etwa doch. Immerhin spielt er in Washington und Ethan Coen hat noch diesen Nachschlag auf Lager: „In Amerila kann es passieren, das ein Idiot das Ruder übernimmt und Macht über Menschen ausübt, die viel intelligenter sind als er. Und wenn seine Entscheidungen die nationale Sicherheit betreffen, kann die Situation gefährlich werden.“Weil die Coens ein gut eingespieltes Team sind, modifiziert Joel sofort seinen Bruder: “ Wir dürfen nicht übertreiben. Es wäre wirklich zu viel zu sagen, der Film würde ganz Amerika abbilden.”

Für Washington hat der bekennende Obama-Anhänger George Clooney allerdings Hoffnung, dass der Idiotenanteil in der US-Hauptstadt bald sinken wird: „Das ist seit Jahren die aufregendste Zeit in der amerikanischen Politik. Das erste Mal bin ich sehr optimistisch.“

Text: Volker Gunske aus Venedig

Burn After Reading startet in Deutschland am Do 2. Oktober

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