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Gernstl unterwegs

Gernstl unterwegsImmer wieder fahren die drei Freunde mit ihrem Kleinbus los (anfangs rund um Bayern, mittlerweile durch die gesamte Republik und angrenzende Regionen) – nicht, um irgendwelche Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, sondern um mit den Menschen verschiedener Landstriche ins Gespräch zu kommen.
Die Reiseroute mag dabei einem Konzept folgen und festgelegt sein – in „Gernstl unterwegs“ wird Bayern in sechs Etappen entlang seiner Grenzen umrundet -, doch die Begegnungen mit den Leuten ergeben sich oft spontan. Gernstls grundsätzliches Talent besteht darin, die Menschen zum Reden zu bringen: Er stellt einfache Konversationsfragen, zeigt Interesse, kann gut Zuhören und versucht nicht krampfhaft, jede Gesprächslücke zuzuplappern. Auf diese Weise entsteht Vertrauen, und die Leute erzählen ihre Geschichten fast von allein.
So treffen Gernstl und seine Mannen einsame Bauern und Besitzer kleiner Kramläden in der Provinz, sie lassen sich auch mal das Alphornblasen erklären und bekommen von einem Teppichhändler einen überraschenden Vortrag über die Geologie der Urzeit geliefert. Im besten Fall ergibt sich aus diesen Gesprächen eine Art Kulturgeschichte der Region, ein Aufzeigen von Traditionen, die häufig bereits im Verschwinden begriffen sind. Doch es geht auch einfach um eine Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Leben und ihren Tätigkeiten, um Leute, die eins sind mit sich und der Welt. Die lustigen kleinen Gespräche, die Gernstl, Fischer und Ravasz auf den Reisen von einem Ort zum nächsten im Bus führen, lassen darauf schließen, dass letzteres auch auf die Filmemacher zutrifft.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung:
sehenswert

Gernstl unterwegs, Deutschland 1997-1999; 6 DVDs, Farbe, 712 Minuten. Erschienen bei MFA.

Wir verlosen am Dienstag, den 01.12.09 um 11 Uhr zwei DVD-Boxen von „Gernstl unterwegs“ über Twitter. Folgen Sie uns auf Twitter, um mehr zu erfahren.

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