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Geschichte aus der ostdeutschen Provinz: „Der Preis“

Der_PreisNach ihrem beeindruckenden Spielfilmdebüt „Karger“ (2007) widmet sich Elke Hauck erneut einer Geschichte aus der ostdeutschen Provinz. War der Erstlingsfilm jedoch noch von einer stimmigen, dokumentarisch inspirierten Arbeit mit Laiendarstellern bestimmt, spürt man beim auf der Berlinale 2011 vorgestellten „Der Preis“ in jedem Moment den beengenden Zugriff von Arthouse-affiner Fernsehspieldramaturgie und -ästhetik.
Die dunkle Rückkehrer-Geschichte um den Architekten Alexander (Florian Panzner), der mit Plattenbausanierungs-Auftrag für wenige Wochen in seine ehemalige Heimat geschickt wird, ist weitgehend statisch und hölzern inszeniert. Vor Ort ist Alexander nicht nur mit den trostlosen Zuständen der Kleinstadt und ihren desillusionierten Bewohnern, sondern auch mit seiner Vergangenheit um eine tragische Dreiecksgeschichte konfrontiert. In schematisch eingeschobenen Rückblenden verknüpft der Film die bedrückende Gegenwart mit dem über 20 Jahre zurückliegenden „Coming of Age“ Alexanders und erzählt dabei verhalten und distanziert von zaghaften Rebellionsversuchen und einem bedrückenden moralischen Scheitern.
    

Text: Michael Baute
Foto: Filmgalerie 451
tip-Bewertung: Zwiespältig

Der Preis im Kino in Berlin
Deutschland 2011;
Regie: Elke Hauck; Darsteller: Florian Panzner (Alexander Beck), Anne Kanis (Nicole), Sven Gielnik (Alexander, jung);
86 Minuten; FSK 6;
Kinostart: 22. März

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