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„Film ist Bewegung, Konflikt, Dilemma“ – Gespräch mit dem Regisseur Lars Kraume

Text: Frank Arnold
Veröffentlicht am: 28.02.2018
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Autor und Regisseur Lars Kraume über dramaturgische Freiheiten in dem DDR-Drama „Das schweigende Klassenzimmer“, das von einer folgenreichen Schweigeminute erzählt

Studiocanal/ Julia Terjung

Bereits mit seinem Spielfilmdebüt, dem hinterhältigen Thriller „Dunckel“, sorgte Lars Kraume, geboren 1973 im italienischen Chieri, vor 20 Jahren für Aufsehen. Es folgten sehenswerte Filme wie der improvisierte Bandtour-Spielfilm „Keine Lieder über Liebe“ (2005), das packende Schuldrama „Guten Morgen, Herr Grothe“ (2007), diverse „Tatorte“ und das Melodram „Meine Schwestern“ (2013). Nach seinem riesigen Erfolg mit „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) erhielt Kraume 2016 für das TV-Projekt „Terror – Ihr Urteil“ den Deutschen Fernsehpreis. Mit „Das schweigende Klassenzimmer“ hat sich Kraume nun erstmals der DDR-Historie zugewandt.

tip Herr Kraume, das gleichnamige Buch „Das schweigende Klassenzimmer“ des Zeitzeugen Dietrich Garstka erschien 2007. Wann und wie sind Sie darauf gestoßen?
Lars Kraume Im selben Jahr, als ein befreundeter Produzent es mir in die Hand gedrückt hat. Fünf Jahre später, als ich „Der Staat gegen Fritz Bauer“ schrieb, nahm ich es noch einmal zur Hand und dachte: Das ist interessant, weil dieselbe Zeit thematisiert wird. Bei der Produktionsfirma, die damals gerade die Rechte optioniert hatte, habe ich dann angefragt, ob sie einen Autor brauchen.

tip Haben Sie zusätzlich zu diesem Buch weiteres Quellenmaterial hinzugezogen?
Lars Kraume Meines Wissens hatte der Autor vor mir sehr umfassend versucht, mit allen Schülern Kontakt aufzunehmen. Mir erschien es sinnvoller, mich nur auf die Perspektive Garstkas zu konzentrieren – weil 20 Leute auch 20 unterschiedliche Geschichten im Kopf haben. ­Daneben habe ich das Umfeld recherchiert, den Ungarnaufstand, die Veränderungen der sowjetischen Politik, die mit Chruschtschow kamen – und ich habe natürlich versucht, ein Gespür für diese Zeit in der DDR zu bekommen. Dazu gehörte etwa der DDR-Verbotsfilm „Karla“, der auch unter Abiturienten spielt und ähnliche Themen behandelt – auch dort gibt es einen Lehrer, der eine Nazi-Vergangenheit hat. An „Spur der Steine“ wiederum war das Ringen um die sozialistische Idee interessant, ganz wichtig auch „Berlin – Ecke Schönhauser“, weil der aus dem Jahr 1957 stammt und dort die Jugendkultur in der DDR gezeigt wird.

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