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"Gestrandet" im Kino

"Gestrandet" im Kino

Kommen fünf Eritreer nach Ostfriesland. Ein Witz ist das allerdings nicht, denn die Männer sind als Asylbewerber der kleinen Gemeinde Strackholt zugewiesen worden. Viel los ist hier nicht, zwangsläufig müssen Afrikaner dort auffallen. Deutsch spricht keiner von ihnen, lediglich einer der Männer kann Englisch, ein anderer ist von Geburt an taub. Der Ausgang des Asylverfahrens ist vor Ort abzuwarten. Wie soll es weitergehen?
Davon handelt "Gestrandet" von Lisei ­Caspers, die zunächst einmal auf viel Engagement von Helfern stößt, die sich mit großem zeitlichen Aufwand kümmern. Die Journalistin Christiane hilft mit den Behördengängen und Formularen, der pensionierte Lehrer Helmut fühlt sich für Sprachunterricht und Landeskunde zuständig – vom Kraftfutter für die Kühe bis zum Kondomautomaten. Dorffeier, Sportfest, Boßeln: nirgends Ablehnung, überall freundliches Bemühen, das von den ­Eritreern erwidert wird.
Und doch ist "Gestrandet" vor allem ein Doku­ment des Frusts. Denn die zermürbende Ungewissheit über die Zukunft vernichtet zusehends jegliche Motivation der Flüchtlinge – was wiederum die Helfer frustriert. In seiner beobachtenden Art kommt der Film den Menschen, ihren Wünschen, Sorgen und Stimmungen recht nahe. Die Aussage: Integration wird trotz aller Bemühungen kaum gelingen, wenn die Perspektive fehlt.    

Text: Lars Penning

Foto: Pandora

Orte und Zeiten: Gestrandet

Gestrandet D 2015, 80 Min., R: Lisei Caspers??

Kinostart: Do, 7. April 2016

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