Horrorkomödie

Ghostbusters

Der weibliche Neuaufguss des 80er-Jahre-Klassikers ist vor allem eines: sehr lustig

Oh mein Gott, liebe Jungs, sie haben uns UNSERE „Ghostbuster“ weggenommen! Für den Reboot der kulti­gen Spukkomödie aus dem Jahr 1984 haben sie alle Hauptfiguren mit Frauen besetzt! Mit Frauen! Und noch schlimmer: Der Telefonist – also nicht die Telefonistin! – der neuen Geisterjäger ist ein strunzdummes, nett anzusehendes Stück Fleisch. Wie sexistisch!

Ghostbusters 2016
Foto: Sony Pictures

Na gut, der Film ist saulustig, die vier Damen haben viel Spaß und übertragen jedes Quäntchen davon auf die Leinwand. Die 3D-Effekte sind – obwohl erst hinterher eingefügt – super. Und die Anspielungen auf die alten Filme (der Marshmallow-Man und der Schleimer, diesmal mit Freundin), samt Cameos von vier der fünf Hauptdarsteller (Harold Ramis hat eine gute ­Entschuldigung, er ist seit 2014 tot) sind warmherzig, liebenswert und witzig.  Und die Entdeckung – jedenfalls für diejenigen, die die Comedy-Serie „Saturday Night Live“ nicht verfolgen – dürfte Kate McCinnon sein: Als ­schräge Wissenschaftlerin mit nerdiger Brille spielt sie alle anderen glatt an die Wand. Merke: „Warnleuchten sind was für Weicheier.“

„Ghostbusters 2016“ will nichts mehr sein, als ein ­unterhaltsamer Sommerblockbuster, der den Zuschauer mit guter Laune aus dem Kino schickt. Die Handlung ist tatsächlich eher schlicht und ziemlich vorhersehbar. Trotzdem ist die Treibjagd, die von bestimmten ­Kreisen auf diesen Film veranstaltet wird, schlicht zum ­Kotzen. Wer diese Komödie nicht mit einem breiten ­Grinsen auf dem Gesicht verlässt, der hat vermutlich Arschkrebs im Endstadium. Oder noch viel schlimmer: Er ist ein ­sexistischer, humorloser alter, weißer Mann. Noch ein wichtiger Tipp: unbedingt bis nach dem ­Abspann ­sitzenbleiben!

USA 2016, 116 Min., R: Paul Feig, D: Melissa McCarthy, -Kristen Wiig, Kate McCinnon, Leslie Jones, Chris Hemsworth

Ghostbusters – im Kino

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