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Dokumentarfilm

„Ghostland – Reise ins Land der Geister“ im Kino

Perspektivwechsel und Cultureclash: Ghostland – Reise ins Land der Geister

Foto: Dropout Cinema

Die Ju/‘Hoansi sind Buschleute aus der Kalahari in Namibia. Seit ihnen die Regierung 1989 das Jagen verboten hat, können sie ihrer jahrtausendealten Lebensweise nicht mehr nachgehen. Heute sind sie auf den Tourismus angewiesen, verkaufen etwas Schmuck, zeigen den Weißen ihre Tänze und leben in Armut.

Aber das ist nicht, was „Ghostland“ von Simon Stadler eigentlich erzählen will. Der unkommentierte und überwiegend beobachtende Dokumentarfilm kehrt die Situation nämlich um und begleitet zunächst eine größere Gruppe der Buschleute bei einer Busreise quer durch Namibia, später dann vier Ju/‘Hoansi bei einem Aufenthalt in Deutschland, wo sie im Rahmen von Workshops Jugendlichen etwas über ihre Kultur beibringen.

Interessant ist dieser Perspektivwechsel aus zweierlei Gründen. Einerseits sieht man, mit welchen Emotionen Menschen, denen die westliche Zivilisation weitestgehend fremd ist, darauf reagieren: Angst spielt eine gewisse Rolle, mehr aber noch Neugier und auch die gewiss realistische Einsicht, dass es für sie selbst nur von Vorteil sein kann, mehr über die Welt jenseits ihres Dorfes zu erfahren. Andererseits halten die Reaktionen der Ju/‘Hoansi uns und unserer Konsumkultur auch einen Spiegel vor: die vielen Leute, der viele Lärm, die viele Arbeit – das alles erscheint den Buschleuten buchstäblich verrückt. Hier zu leben, das wünscht sich keiner von ihnen: „Kein Wunder“, sagt schließlich einer „Touristen“ aus der Kalahari, „dass die Leute schließlich zu uns kommen, um mal auszuspannen.“

Ghostland – Reise ins Land der Geister D 2016, 98 Min., R: Simon Stadler, Start: 2.11.

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