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„Gianni und die Frauen“ im Kino

Gianni und die Frauen

Von Beginn an ist hier alles überaus sympathisch, und man freut sich aufgrund der angenehmen Bilder des lichtdurchfluteten Roms und des ungelenken Charmes der amateurhaften Darsteller auf ein nicht besonders ambitioniertes, dafür aber zu Herzen gehendes Filmvergnügen. Doch schon bald wird der Film dann doch etwas zu selbstgenügsam. Bisweilen fast faul setzt er auf die Verlässlichkeit von wiedererkennbaren Erzählsituationen und reduzierter Inszenierung.
Die Geschichte des römischen Rentners (gespielt vom Regisseur und Autor Gianni Di Gregorio), der aufgrund von Sozialdruck meint, in sich ein zweites sexuelles Erwachen spüren zu müssen, verliert immer mehr an Tempo, weil sich Gianni mit zuwenig Risiko in seine Abenteuer stürzt. Die möglichen Partnerinnen, die er aus seinem überschaubaren Oberschicht-Umfeld auf seine Liebesbereitschaft aufmerksam machen will, nehmen ihn diesbezüglich genauso wenig ernst wie der Film. Der erzählt so mit einem zunehmend unangenehm werdenden, vereinnahmenden Augenzwinkern vom routinenbestimmten Leben eines oft kindlich wirkenden Mannes in einem äußerst gehegten Milieu.

Text: Michael Baute

Foto: Neue Visionen

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Gianni und die Frauen“ im Kino in Berlin

Gianni und die Frauen (Gianni e le donne), Italien 2011; Regie: Gianni Di Gregorio; Darsteller: Gianni Di Gregorio (Gianni), Valeria De Franciscis (Mutter), Alfonso Santagata (Alfonso); 90 Minuten; FSK 0

Kinostart: 22. September

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