• Kino & Stream
  • „Gibsy – Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann“ im Kino

Kino & Stream

„Gibsy – Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann“ im Kino

Gibsy - Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann

Flink wie Windhunde sollen junge Männer sein, hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder – so forderte das Adolf Hitler; Archivfilmbilder zeigen ihn bei seiner Rede. Der Boxer Johann Rukeli Trollmann war im Ring flink auf den Beinen, blitzschnell in seinen Reaktionen, hart im Nehmen, willensstark, ein zäher Kämpfer. 1933 wurde er deutscher Meister im Halbschwergewicht. Von den Nazis wurde er trotz allem nicht anerkannt. Im Gegenteil, sie schikanierten ihn und zerstörten seine Existenz. Trollmann war Sinto, gehörte also zu einer der von den Nazis verfolgten Gruppen. Mittels Montage von schriftlichen Dokumenten, Interviews mit Zeitzeugen und historischen Film- und Fotoaufnahmen mit nachgestellten Spielszenen wird die Biografie eines außergewöhnlich couragierten Mannes aufgearbeitet. Man erhält auch einen Eindruck von der Situation deutscher Sinti in der Weimarer Republik, von ihrer Unterdrückung und Deportation nach Hitlers Machtergreifung. Trollmann kämpfte als Wehrmachtssoldat an der West- und Ostfront, wurde verhaftet, im KZ Neuengamme bei Hamburg eingesperrt und starb unter nie eindeutig geklärten Umständen.

Text: Ralph Umard

Foto: Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Gibsy – Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann“ im Kino in Berlin

„Gibsy – Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann“, Deutschland 2012; Regie: Eike Besuden; Darsteller: Hannes Wegener (Johann Rukeli Trollmann), Hannelore Elsner (Friederike Trollmann), Frank Auerbach  (Ernst Zirzow); 89 Minuten; FSK k.?A.

Kinostart: 17. Januar

Mehr über Cookies erfahren