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„Giravolte – Freewheeling in Roma“ im Kino

Da sitzen sie nun und palavern über Nudeln, Wein, Halbedelsteine und die kleinen Wunder im Leben. Wenige Meter entfernt stürzt sich ein junger Mann in den Fluss, bereit für den letzten Atemzug. Er wird gerettet – hat er etwa Glück gehabt?
Victor Cavallo, ein römischer Streuner mit Mofa, war unter den Tafelnden. Er hat mitgeholfen, den jungen Menschen aus dem Wasser zu ziehen. Nun treibt es ihn weiter: zu einem Flohmarkt, wo er Flugblätter verteilt und sich als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters empfiehlt. Stunden später lockt noch eine Bar mit Nachtgestalten für einen neonschattigen Ausklang.
Regisseurin Carola Spadoni hat Victors Zickzackkurs durch die pulsierende Metropole 1998 mit der Kamera verfolgt und daraus 2001 den Film „Giravolte“ gestaltet. Er wird für sie und ihre Protagonisten zum freien Parcours. Von Zufälligkeiten inspiriert, luchst sie den quirligen Situationen wunderschöne Bilder und absurde Dialoge ab. Auf der Tonspur begleitet das eigens für den Film entstandene „Radio Punto Zero“ das Geschehen, zum Beispiel mit einer Übertragung von 4’33”, jenem berühmten
Musikstück von John Cage mit bestechender Stille. Wie in einem Kaleidoskop fügen sich Spielszenen und improvisiertes Material zu Momentaufnahmen eines Sommertages im Leben eines Außenseiters, die einen mitunter irritieren und manchmal sogar verzaubern.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Giravolte – Freewheeling in Roma“ im Kino in Berlin

Giravolte – Freewheeling in Roma, Italien 2001; Regie: Carola Spadoni; Darsteller: Victor Cavallo (Victor), Emanuela Macchniz (Lisa), Chiara Schoras (Lady); 85 Minuten

Kinostart: 12. August

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