Kino & Stream

Globians Doc Fest 2008

Globians Doc Fest

 

Zur klitzeklein gedruckten Programmübersicht des vierten Globians Doc Fest in Potsdam gibt es diesmal eine kleine verwirrende Farbenlehre. „Im vertikalen Tagesfahrplan läuft Grün zeitlich parallel und thematisch alternativ zu Rot“, heißt es da. Die Musikdokus – diesmal ein Schwerpunkt mit Beiträgen von der Veränderung indischer Musik bis hin zu prähistorischen Steingongs im Viktoriasee – erkennt man am Dunkelblau; die Titel allerdings seien zur leichteren Erkennung gelb markiert. Herausragendes wurde hingegen Magenta unterlegt. Aha!?

Die Welt, die das Globians-Festival zehn Tage lang filmisch bereist und entdeckt, ist eben unübersichtlich, warum soll es da mit dem Programmschema anders sein.

Globians Doc Fest
Beim Durchforsten gibt es einiges aufzustöbern: Mit 120 thematisch teils sehr speziellen Dokumentarfilmen füllt das Festival erneut weiße Flecken auf der mentalen Landkarte. Es schlägt Brücken zwischen buddhistischen Initiationsritualen in Tibet (Werner Herzogs „Wheel of Time“), manipulierten US-Wahlmaschinen („Uncounted“) und dem zugepflasterten Urwald Ecuadors („Das Haus an der Straße“). Während sich „The Last Wild Oyster“ mit der Überfischung in Neuseeland beschäftigt, widmet sich der von John Waters erzählte „Plagues and Pleasures on the Salton Sea“ (Foto) der ökologisch gebeutelten Landschaft am größten See Kaliforniens. Der Berliner „ReRun“ findet im September im Babylon-Mitte statt.

Text: sre

 

Globians Doc Fest 2008

Mehr über Cookies erfahren