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Glühbirnen-Dokumentation „Bulb Fiction“

Bulb_FictionWie kommt es, dass wir hochgiftigen Sondermüll in unsere Lampen schrauben? Dass aus der stinknormalen, genial simplen Glühbirne das quecksilberhaltige Kompaktleuchtstoffmittel geworden ist? In „Bulb Fiction“ geht der österreichische Dokumentarfilmer Christoph Mayr der Sache nach und auf den Grund. Dabei dient ihm das Verbot der Glühlampe mittels Verordnung (EG) Nr. 244/2009 der EU als Ausgangspunkt einer weitreichenden Untersuchung nicht nur konkreter Ursachen und Wirkungen. Er ermittelt auch tief im Herzen der Finsternis, in Brüssel, wo das Europa der Konzerne sich mithilfe von Wirtschaftsvertretern und Lobbyisten die zur Gewinnmaximierung passende Symbolpolitik machen lässt.

„Bulb Fiction“ kann einen das Fürchten lehren. Zum Fürchten ist allerdings auch die reißerische Musik, die mit geradezu lächerlichem Übereifer jeweils akustisch unterstreicht, was filmisch gerade argumentiert wird. Dann wähnt man sich nicht in einer ernsthaften investigativen Reportage, sondern in einer Folge von Ede Zimmermanns „Aktenzeichen XY ungelöst“. Und derartige Holzhammer-Methoden der Zuschauer-Beeinflussung hat dieser Film wirklich nicht nötig.        

Text: Alexandra Seitz
Foto: Farbfilm Verleih
tip-Bewertung: Sehenswert

Bulb Fiction im Kino in Berlin
Österreich/Deutschland 2011; Regie: Christoph Mayr;
90 Minuten; FSK 6;
Kinostart: 31. Mai

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