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Goat im Postbahnhof

Goat

In der schwedischen Ortschaft Korpilombolo unweit der Grenze zu Finnland ist wirklich nicht viel los. Etwas mehr als 500 Einwohner sagen sich dort gegenseitig gute Nacht. Zu ihnen gehören die Mitglieder der Band Goat, die aus allem ein Geheimnis machen. Sie geben ihre echten Namen nicht preis, treten bevorzugt maskiert auf und verschanzen sich in ihren Häusern, die auch als Übungsräume dienen. „Im Norden Schwedens zieht keiner bewusst Aufmerksamkeit auf sich“, betont einer der rätselhaften Recken. Er wird sich umstellen müssen. Mit dem Album „World Music“ haben Goat überall Beachtung gefunden. Was auch nur logisch ist, denn diese Band ist nicht auf eine Region fixiert, weder in geografischer noch in musikalischer Hinsicht. Viel dreht sich bei ihr um psychedelische Rockmusik, aber es bleibt nicht bei angloamerikanischen Überlieferungen aus den Sechzigern. Abschweifungen sind immer möglich, besonders in die Welt der orientalischen Musik, des Krautrock oder afrikanischer Trommeltänze. Nicht nur zum Song „Disco Fever“ darf getanzt werden. Im Gesang steckt die beschwörende Kraft einer Voodoo-Gruppe. Wie es scheint, haben die Skandinavier Lust, daraus eine länger gehende Angelegenheit zu machen. Mit dem neuen Album „Commune“ ziehen Goat zwei Jahre nach ihrem Einstand bereits nach. An der Tatsache, dass sie wie Wesen aus einer anderen Welt wirken, hat sich zum Glück nichts geändert.

Text: Thomas Weiland

Foto: Cargo Records

Goat, Postbahnhof, Straße der Berliner Kommune 8, Friedrichshain, ?Di 23.9., 20 Uhr, VVK: 16 Euro zzgl. Gebühr

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