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„Godzilla“ im Kino

Godzilla

In Japan ist Godzilla seit 60 Jahren eine Popkultur-Ikone, international aber eher Liebhaber-Stück. Für den jungen Filmemacher Gareth Edwards ist das gut, spätestens seit Roland Emmerichs katastrophalem „Godzilla“ (1998) sind die Erwartungen nicht sehr hoch. Und tatsächlich beweist Edwards beachtliches Geschick: Seine Monster-Geschichte erzählt er über weite Strecken als glaubhaften und bildgewaltigen Katastrophen-Film voller zeitgemäßer Anspielungen (Fukushima, Tsunami, 11. September) und regelrecht als Familien-Tragödie.
Edwards’ Erklärungswille und eine oft schleppende Erzählweise gehen zu Lasten der Spannung, die realistischen Bezüge stehen jeder kindlichen Freude an der Zerstörung im Weg: Wenn es zum Schluss den Schaukampf zwischen Godzilla und seinen Monster-Gegnern gibt, bei dem nach Japan und Hawaii in San Francisco einiges zu Bruch geht, wirkt das hier seltsam unentschlossen. Zwar gelingen Edwards viele spektakuläre Aufnahmen und besonders Bryan Cranstons kleine Rolle als traumatisierter Wissenschaftler gibt dem Film etwas emotionale Tiefe. Die disparaten Elemente fügen sich aber leider nicht zu einem schlüssigen Ganzen, etwas Humor und Mut zur Albernheit hätte vielleicht geholfen.

Text: Thomas Klein

Foto: 2014 Legendary Pictures Funding, LLC / Warner Bros. Entertainment Inc. / Courtesy of Warner Bros. Pictures

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Godzilla“ im Kino in Berlin

Godzilla, USA 2014; Regie: Gareth Edwards; Darsteller: Aaron Taylor-Johnson (Ford Brody), Ken Watanabe (Dr. Ishiro Serizawa), Elizabeth Olsen (Elle Brody); 123 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 15. Mai

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