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Goldene Lola für „Die andere Heimat“

Die andere Heimat

Der neunfach nominierte „Das finstere Tal“ war mit acht Lolas, darunter dem Deutschen Filmpreis in Silber, numerisch gesehen der große Gewinner bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises. Der Deutsche Filmpreis in Gold ging an jedoch an „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“, der insgesamt drei Lolas erhielt, darunter für die beste Regie (Edgar Reitz) und das beste Drehbuch (Edgar Reitz und Gert Heidenreich). Den Deutschen Filmpreis in Bronze erhielt „Zwei Leben“.
Die Darstellerpreise gingen an Jördis Triebel („Westen“) und Dieter Hallervorden („Sein letztes Rennen“) als beste Haupt- bzw. Sandra Hüller („Finsterworld“) und Tobias Moretti („Das finstere Tal“) als beste Nebendarsteller. Mit der Lola für die beste Kamera/Bildgestaltung wurde Thomas W. Kienast („Das finstere Tal“) ausgezeichnet. Der Deutsche Filmpreis für den besten Kinderfilm ging an „Ostwind – Zusammen sind wir frei“, der für den besten Dokumentarfilm an „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“. Der vierfach nominierte „Fack ju Göhte“ ging – bis auf die Lola für den besucherstärksten Kinofilm des vergangenen Jahres – leer aus.
Mit dem Ehrenpreis wurde Helmut Dietl für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Michael Bully Herbig, der von seiner Faszination für Dietl seit „Münchner Gschichten“ und von der Zusammenarbeit mit dem Filmemacher sprach, auf Dietls an Pedanterie grenzende Perfektion bei der Inszenierung, bei dem jedes „äh“ im Text noch etwas zu sagen habe. Dietl erklärte, er sei überrascht gewesen, dass man ihn ausgezeichnet habe, da er vor ein paar Jahren aus der Akademie ausgetreten sei und oft harsche Kritik an der Institution geübt habe. „Insofern wirft die Auszeichnung ein besseres Licht auf die Auszeichner als auf den Ausgezeichneten“, so Dietl in seiner typisch Münchnerischen Art. Hoch emotional wurde es, als Dietl seiner Frau Tamara Duve dankte – obgleich sie ihm das streng verboten hätte. „Dass ich hier stehe, habe ich der Pflege meiner Frau in den letzten sechs Monaten zu verdanken, die sehr hart waren“, so der Filmemacher, der seine schwere Krebserkrankung in einem Interview mit der „Zeit“ publik gemacht hatte.
Der Bernd-Eichinger-Preis, der an Einzelpersonen oder Filmteams vergeben wird, die im Sinne Eichingers durch künstlerische Leidenschaft, Gemeinschaftssinn, Originalität und Durchsetzungsvermögen einen maßgeblichen Beitrag zur Kinokultur geleistet haben, ging an Gerhard Meixner und Roman Paul von der Razor Film Produktion, die ihren Preis dem kürzlich verstorbenen Michael Glawogger widmeten. Mit Roland Emmerich gab es einen prominenten Preispaten für die „Kosmopoliten des Films, deren Wagemut Bernd gefallen hätte“, so Emmerich.

Die Gewinner im Überblick:

Bester Spielfilm:
Filmpreis in Gold : „Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“
Filmpreis in Silber : „Das finstere Tal“
Filmpreis in Bronze : „Zwei Leben“

Bester Kinder- und Jugendfilm: „Ostwind – Zusammen sind wir frei“

Bester Dokumentarfilm: „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“

Beste Hauptdarstellerin: Jördis Triebel („Westen“)

Bester Hauptdarsteller: Dieter Hallervorden („Sein letztes Rennen“)

Beste Nebendarstellerin: Sandra Hüller („Finsterworld“)

Bester Nebendarsteller: Tobias Moretti („Das finstere Tal“)

Beste Regie: Edgar Reitz („Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“)

Bestes Drehbuch: Gert Heidenreich, Edgar Reitz („Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht“)

Beste Kamera/Bildgestaltung: Thomas W. Kienast („Das finstere Tal“)

Bester Schnitt: Hansjörg Weißbrich („Zwei Leben“)

Bestes Szenenbild: Claus Rodolf Amler („Das finstere Tal“)

Bestes Kostümbild: Natascha Curtius-Noss („Das finstere Tal“)

Bestes Maskenbild: Helene Lang, Roman Braunhofer („Das finstere Tal“)

Beste Filmmusik: Matthias Weber („Das finstere Tal“)

Beste Tongestaltung: Dietmar Zuson, Christof Ebhardt, Tschangis Chahrokh („Das finstere Tal“)

Bernd-Eichinger-Preis: Gerhard Meixner und Roman Paul (Razor Film Produktion)

Ehrenpreis: Helmut Dietl

Quelle: Blickpunkt:Film

Foto: Christian Lüdeke / Concorde Filmverleih 2013

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