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Goldene Palme an „La vie d\Adele“

La Vie D'Adele

Die Goldene Palme des 66. Festival de Cannes übergab die Jury um Steven Spielberg „La vie d’Adиle“ von Abdellatif Kechiche. Die Geschichte einer leidenschaftlichen lesbischen Liebe gehörte durch seine Intensität und extremen Nähe zu seinen Figuren (gespielt von Adele Exarchopoulos und Lйa Seydoux) auch zu den großen Favoriten von Kritikern und Fachbesuchern. Alamode Film sicherte sich noch vor der Palmenvergabe die deutschen Auswertungsrechte an dieser Filmentdeckung. Der Grand Prix ging an „Inside Llewyn Davis“ von Ethan Coen und Joel Coen, der auch in den diversen Kritikerspiegeln stets ganz weit vorn gelegen hatte.
Als große Überraschung ist der Regiepreis zu werten: Der junge Mexikaner Amat Escalante wurde für seinen kompromisslosen Erstling „Heli“ geehrt, in dem eine mittellose Arbeiterfamilie ohne ihr Zutun in den Drogenkrieg des Landes verwickelt wird. Der Preis der Jury wurde dem japanischen Filmemacher Hirokazu Kore-eda für sein bewegendes Drama „Like Father, Like Son“ zugesprochen, in dem eine Familie erfährt, dass ihr Sohn sechs Jahre zuvor bei der Geburt vertauscht worden war.
Den Preis als beste Hauptdarstellerin durfte die Französin Bйrйnice Bejo für ihre Glanzleistung in „Le passй“ von Asghar Farhadi entgegen nehmen. Camino Filmverleih sicherte sich die deutschen Rechte an „Le passй“ auf dem Marchй du Film. Zum Besten Hauptdarsteller – hier gab es in diesem Jahr diverse würdige Anwärter – wurde der amerikanische Routinier Bruce Dern aus Alexander Paynes „Nebraska“ gekürt.
Für das beste Drehbuch wurde der chinesische Filmemacher Jia Zhang-ke prämiert, dessen Epos „A Touch of Sin“ in vier nur lose miteinander verbundenen Geschichten aus vier chinesischen Provinzen mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in seinem Heimatland abrechnet.
Die Camera d’Or für den besten Debütfilm ging an „Ilo ilo“ von Anthony Chen, der in der Nebenreihe Quinzaine des Rйalisateurs lief.
Der Prix Un Certain Rйgard wurde dem Dokumentarfilm „L‘ image manquante“ von Rithy Panh über die Gräueltaten der Roten Khmer zugesprochen. Der Jury Prize – Un Certain Regard ging an „Omar“ von Hany Abu-Assad („Paradise Now“), der Regiepreis an den vielgelobten Cruising-Film „L‘ inconnu du lac“ von Alain Guiraudie – den ebenfalls Alamode für Deutschland gekauft hat. Der deutsche Un-Certain-Regard -Beitrag „Tore tanzt“ ging leer aus.

Quelle: Blickpunkt: Film

Foto: Filmfestspiele Cannes

Lesen Sie hier aktuelle Berichte aus Cannes von tip-Filmredakteur Robert Weixlbaumer: Die Filmfestspiele von Cannes 2013

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