Krimi

„Good Time“ im Kino

New-York-Odyssee – Die Good Time lässt auf sich warten

Foto: temperclayfilm

Zwei ungleiche Brüder, ein Banküberfall, der schief läuft, einer der Brüder fährt ein, eine Kaution muss her, eher gestern als heute: Auf dünnes Papier gekritzelt ist das Exposé von „Good Time“, dem zweiten Film der Regie-Brüder Benny und Josh Safdie, und nach hinten raus wird das Drehbuch auch nicht fülliger. Diesem an sich grundsympathischen, kleinen Underdog-Gangsterflick fehlt es einfach an einer guten Story.

Hyperaktiv springt die Handlung von einem Schauplatz zum anderen, und mit ihr springt Hauptdarsteller Robert Pattinson, Geldauftreiber für sein im Knast sitzendes Bruderherz (grandios depressiv-dumpfbackig von Regisseur Benny Safdie selbst gespielt), durch eine immer wirrer und ungereimter werdende New York-Odyssee.

Die Chance, den Plot mehr in Richtung schwarze Komödie zu schubsen, als Pattinson feststellt, dass er den falschen Typen aus dem Gefängniskrankenhaus befreit hat, bleibt leider ungenutzt, der düstere Humor der Coens ist nicht so das Ding der Safdie-Brüder. Trotzdem hat der Film viele gute Momente, besonders bei der Optik: Wenn mit der Explosion der Farbbombe in ihrem erbeuteten Geldsack der Schlamassel beginnt, ist das toll fotografiert, wie auch die Kamerabewegungen durch die nächtliche Stadt. Dazu mit einem der besten Filmscores der letzten Jahre versehen, komponiert von dem Elektronik-Musiker Oneohtrix Point Never aka Daniel Lopatin, bügelt das die vielen dramaturgischen Schwächen in „Good Time“ wieder aus.

Good Time USA/LUX 2017, 100 Min., R: Safdie-Brüder, D: Robert Pattinson, Jennifer Jason Leigh, Ben Safdie, Start: 2.11.

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