Dystopie

„Grain – Weizen“ im Kino

Was wird die Menschheit in der Zukunft essen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Science-Fiction-Films „Grain“ von Semih Kaplanoglu

Kaplan Film

Mit seiner sehr erfolgreichen Trilogie um den Dichter Yusuf hat er quasi schon eine Antwort gegeben: Die Filme hießen „Honig“, „Milch“ und „Ei“, und wiesen aus der urbanen Gegenwart in eine ländliche (ursprüngliche) Vergangenheit, in die Paradiese vor der Erfindung von Supermärkten und Geschmacksverstärkern.

Nun aber versucht der türkische Regisseur eine künstlerische Antwort auf Monsanto und Bayer. In „Grain“ macht sich eine Expedition auf die Suche nach einem Mann, der mit seiner Theorie von einem „genetischen Chaos“ vielleicht die Lösung für eine weltweise Ernährungskrise hat. Ausgelöst wurde die Krise durch eine bedenkenlose Synthetisierung der Lebensmittel. Der Weg aus dem Gefängnis einer hochtechnisierten Welt führt in eine einsame Gegend am Rande der Zivilisation.

In beeindruckenden Schwarz-weiß-Bildern versucht Kaplanoglu nichts weniger als eine mehr oder weniger religiöse Neubegründung des menschlichen Verhältnisses zur Natur. Die Genetik ist für Kaplanoglu der neue Mythos, dem er sich mit den Mitteln des europäischen Kunstkinos nähert. Unübersehbar ist Andrej Tarkowski („Stalker“) hier das große Vorbild. Allerdings ist bei Kaplanoglu die politische Botschaft letztlich zu simpel und die epischen Bilder sind zu gesucht, als dass man „Grain“ wirklich ernst nehmen kann.

Grain TK/D/S/F 2017, 128 Min., R: Semih Kaplanoğlu, D: Jean-Marc Barr, Ermin Bravo, Grogoriy Dorbrygin, Start: 26.4.

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