Kino & Stream

„The Grandmaster“ im Kino

The_Grandmaster_01_c_WildBunchDistribution.jpgKonkurrenzkämpfe, Krieg, Familie, Rache und unerfüllte Liebe sind die Leitmotive im Handlungsgrundriss dieses epischen Schicksalsdramas. Vor dem Hintergrund der Turbulenzen im China der 1930er- und 40er-Jahre zeigt Wong Kar-wai mit betörend schönen Bildern, die zuweilen allerdings etwas selbstzweckhaft wirken, teils biografische, teils fiktive Episoden aus dem Leben des großen Kampfkunstmeisters Ip Man. Ungeschlagen im Wettstreit mit anderen Kung-Fu-Fightern wird Ip als Champion von Südchina gefeiert, und er erringt die Zuneigung einer stolzen nordchinesischen Martial-Arts-Amazone, deren Gefühle er erwidert. Eine brillante Bildmontage leitet von einem zerberstenden Familienfoto abrupt über ins Kriegsgeschehen, wenn japanische Truppen Ips Heimatstadt erobern, wobei er alles Hab und Gut (und der Film die dramaturgische Kohärenz) verliert. Mit der eigenwilligen formalen Gestaltung ist Wongs visuell berückende, am Ende nostalgisch-wehmütige Martial-Arts-Saga Ausdruck einer künstlerischen Freiheit, die sich nur wenige Regisseure von Großproduktionen im Filmgeschäft herauszunehmen wagen.

Text: Ralph Umard

WEITERLESEN: Wong Kar-wai über seinen Film „The Grandmaster“   

Foto: Wild Bunch Germany

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Grandmaster“ im Kino in Berlin

Yi dai zong shi Hongkong/China/Frankreich 2013; Regie: Wong Kar-wai; Darsteller: Tony Leung Chiu-wai (Ip Man), Zhang Ziyi (Gong Er), Chang Chen (The Razor); 123 Minuten; FSK 12; Kinostart: 27. Juni

Mehr über Cookies erfahren