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„The Green Hornet“ im Kino

The Green Hornet

Seit sich Michel Gondry für die französische Band „Oui Oui“ erste Clips ausdachte, hat er seine Fantasie als Video-, Werbe- und Spielfilmregisseur in alle möglichen Richtungen explodieren lassen. Immer größer wurden seit seinem Langfilmdebüt „Human Nature“ die Budgets seiner Filme, während er zugleich eine gewisse Skepsis gegenüber der Filmindustrie behielt; in „Be Kind Rewind“ waren Hollywoodanwälte verantwortlich für das Ende der Klassiker-Remakes, die seine Helden in Handfertigung entstehen ließen. Jetzt ist Gondry selbst im Zentrum Hollywoods angekommen, mit einer Neuadaption der „Green Hornet“-Serie, die in den Sechzigerjahren Bruce Lee in der Rolle des Chauffeurs Kato bekannt machte. Die TV-Produktion war seinerzeit als Parodie der konkurrierenden „Batman“-Serie konzipiert gewesen, mit einem „Crime Fighting Vigilante“ im Mittelpunkt, den nun an der Seite des neuen Kato (Jay Chou) der Comedian Seth Rogen spielt. Rogen hat maßgeblichen Anteil am gemeinsam mit Evan Goldberg („Superbad“) verfassten Drehbuch und sorgt nebenbei für anarchistische Schauspielmomente, während Christoph Waltz als Bösewicht auch hier wieder beste Figur macht. Der Auseinandersetzung zwischen den überambitionierten Rächern und dem Gangsterkönig räumt Gondry den genreüblichen Platz ein, aber er wirkt dabei in seiner Kreativität doch eingeengt vom ohnehin surrealistischen Universum des Films. Originelle 3D-Spielereien, der pubertäre Charme der Hauptakteure und Miniaturen wie eine Stopmotionverführung in der Autogarage sorgen für einen  Rest an Gondry-Charme in der Erzählung.

Text: Robert Weixlbaumer

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „The Green Hornet“ im Kino in Berlin

The Green Hornet, USA 2010; Regie: Michel Gondry; Darsteller: Seth Rogen (Britt Reid), Jay Chou (Kato), Cameron Diaz (Lenore Case); 119 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 13. Januar

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