Komödie

„Ein Lied in Gottes Ohr“ im Kino

Komödie mit multireligiösem Gesang: „Ein Lied in Gottes Ohr“

Foto: 2017 EuropaCorp

Mit der Toleranz ist das so eine Sache. Gefordert wird sie meist von genau jenen, die selbst keine aufbringen. Auch mit diesem Umstand spielt Regisseur, Autor und Darsteller Fabrice Éboué in seiner rasanten und ziemlich frechen Komödie. Er spielt den erfolglosen Musikproduzenten Nicolas, den eine Provokation seiner Chefin zu der fahrlässigen Äußerung verführt, dass es kein Problem sei, schnell eine Band zusammenzustellen, die das altehrwürdige Pariser Olympia füllen kann.
Bald kommt Nicolas und seiner impulsiven Assistentin Sabrina (sehr komisch: Audrey Lamy) die Idee: Wie wäre es, im Stile der in Frankreich sehr beliebten „Singenden Priester“ eine Religions-Boygroup auf die Beine zu stellen – mit einem Rabbi, einem Imam und einem Pfarrer? Schließlich sind drei Männer gefunden: Rabbi Samuel (Jonathan Cohen) leidet unter Depressionen, Moncef (Ramzy Bedia) ist zwar Moslem, aber kein Imam, sondern ein äußerst lebenslustiger Chansonnier. Und Benoit (Guillaume de Tonquédec)? Der ist richtiger katholischer Pfarrer. Die Band ­Coexister ist geboren. Doch die Zusammenarbeit stottert, religiöse Streitereien paaren sich mit großen Egos.
Toleranz verlangt diese sehr lustige französische Komödie auch vom Zuschauer, bekommt hier doch jede Glaubensrichtung eins übergebraten. Das ist auch mal etwas albern, in seiner politischen Inkorrektheit aber sehr erfrischend. Die Figuren und ihre Überzeugungen werden nie bloßgestellt, der flotte Film strahlt trotz seiner vielen bösen Witze eine große Menschenliebe aus.

Coexister (OT) F 2017, 89 Min., R: Fabrice Éboué, D: Fabrice Éboué, Audrey Lamy, Jonathan Cohen, Guillaume de Tonquédec, Ramzy, Start: 26.7.

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