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Großes Independent-Kino aus Irland: „Garage“

Garage„Was gibt es Neues in der Petrochemie?“ Die Frage, die ein Mann am Tresen eines irischen Pubs an den leutseligen Josie stellt, ist purer Sarkasmus. Alle wissen, dass Josie an einer Tankstelle arbeitet, an der nicht viel passiert. Es ist der richtige Job für diesen einsamen, gutmütigen Mann mit einer kaputten Hüfte, der abends ein paar Pints trinkt und für den es schon ein großes Ereignis ist, wenn er das Regal mit den Motorölflaschen an einen bes­seren Platz stellt. Josie (Pat Shortt) hat eine kleine Schwäche für Carmel, die in der kleinen Stadt in einem Laden als Verkäuferin arbeitet. Aber er weiß, dass er keine Chance hat.
So bleibt eine Menge ungesagt in Lenny Abrahamsons Film „Garage„, und genau darin liegt die Qualität dieses originären Werks. Aus der Beobachtung dieses stillen Lebens gewinnt der irische Regisseur eine verhaltene Komik, bevor ein unvermutetes (an sich auch kaum bemerkenswertes) Ereignis in die Eintönigkeit der irischen Provinz bricht. „Garage“ ist ein besonderer Film mit einem großartigen Hauptdarsteller und einem sicheren Gespür für den richtigen Erzählton.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Garage, Irland 2007; Regie: Lenny Abrahamson; Darsteller: Pat Shortt (Josie), Anne-Marie Duff (Carmel), Conor Ryan (David); Farbe, 85 Minuten

Kinostart: 12. März 2009

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