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„Grossstadtklein“ im Kino

Grossstadtklein

Normalerweise rangelt und scherzt sich der dauerpubertierende Klaas Heufer-Umlauf durch die Fernsehshow „Circus HalliGalli“. Nun unternimmt er in „Grossstadtklein“ einen Schauspielabstecher – und tritt dabei im Grunde kaum anders auf als seine TV-Persona. Nur seine Launen und Stänkereien kriegt jetzt nicht die bessere TV-Duo-Hälfte Joko Winterscheidt ab, sondern ein junger Mann namens Ole (Jacob Matschenz). Der verlässt auf Wunsch seines Opas die tiefste Provinz Mecklenburg-Vorpommerns, um in der Metropole Berlin ein Praktikum zu machen und kommt dort zunächst beim alles andere als begeisterten Cousin Rokko (Klaas Heufer-Umlauf) unter. Als der Opa kurze Zeit später stirbt, brechen bei der Beerdigung lang verdrängte Familienkonflikte wieder auf. Wie Ole zwischen unsicherer Verliebtheit und der hakeligen Familienversöhnung laviert, ist dabei zwar nicht gänzlich unsympathisch. Doch während der Film seine teils peinlich stereotyp zugespitzten Stadt-Landei-Kontraste ausspielt, werden die tragikomischen Verwicklungen bis in die Gleichgültigkeit watteweich verpackt und gefühlsmanipulativ mit Indiepop eingelullt. Regiedebütant Tobias Wiemann hat sich ganz offensichtlich bei seinem Produzenten Til Schweiger abgeguckt, wie man routiniert breitenwirksame Unterhaltung inszeniert.

Text: Sascha Rettig

Foto: 2012 Warner Bros. Ent.

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Grossstadtklein“ im Kino in Berlin

Grossstadtklein, Deutschland 2013; Regie: Tobias Wiemann; Darsteller: Jacob Matschenz (Ole), Jytte-Merle Böhrnsen (Fritzi), Klaas Heufer-Umlauf (Rokko); 98 Minuten; FSK 6

Kinostart: 15. August 

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