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„Grüße aus ?Fukushima“ im Kino

Doris Dörrie und Japan – eine zeitlose Liebe. Nach „Kirschblüten“ hat es die Münchner Regisseurin wieder in den fernen Osten verschlagen, diesmal an einen ganz unschönen Ort.
Nach einer geplatzten Hochzeit hat sich Marie der Organisation Clowns4Help angeschlossen. In deren Auftrag reist sie zusammen mit einem älteren Kollegen in die Präfektur Fukushima, um die gebeutelten Menschen am Rande der durch den Reaktorunfall verseuchten Zone mit ihren Spielereien ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Doch die erhoffte Katharsis bleibt aus – bis sich Marie entschließt, der älteren Japanerin Satomi in der durch Tsunami und Verstrahlung völlig verwüsteten Gegend beim Wiederherrichten ihres Hauses zu helfen.
So weit, so simpel. Sehenswert wird Dörries Film zum einen durch die stimmungsvollen Schwarzweißbilder, zum anderen durch die reizvolle Reibung, die zwischen den beiden Frauen entsteht. Hier die suchende Deutsche (erfrischend: Rosalie Thomass), dort die strenge Japanerin (würdevoll: Kaori Momoi).
Leichte Kost ist dies nicht, dafür baut Dörrie zu sehr auf eine fast dokumentarische Art des ­Beobachtens; zudem vermengt sie die Frauengeschichte mit irritierenden Geistervisionen. Doch das bodenständige Verhältnis der Frauen behält die Oberhand.    

Text: Martin Schwarz

Foto: Matthias Bothor/ Majestic

Orte und Zeiten: Grüße aus Fukushima

Grüsse aus Fukushima D 2016, 104 Min., R: Doris Dörrie, D: Rosalie Thomass, Kaori Momoi

Kinostart: Do, 10. März 2016

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