Romanze

„Hampstead Park“ im Kino

In Hampstead Park, da lebt ein Aussteiger

Foto: Reliance Entertainment Productions 6 Limited / Nick Wall Photography

Eine Schmonzette für Grünen-Wähler im fortgeschrittenen Alter: Die US-amerikanische Witwe Emily Walters (Diane Keaton) lernt durch einen Zufall den virilen Eremiten Donald Horner (Brendan Gleeson) kennen, der in Hampstead Heath, einem Park in Nord-London, in einer selbstgebauten Hütte ein einfaches Leben als Selbstversorger führt. Zwar sind Donalds ­soziale Fähigkeiten etwas eingerostet, dafür hat der Grantler aber garantiert eine ausge­glichene Ökobilanz. Eine Liebesgeschichte bahnt sich an.

Wird Emily ihren snobistischen „Freundinnen“ jetzt mal ordentlich die Meinung geigen? Wird sich Donald ein wenig zugänglicher zeigen? Ist Sex ab 70 noch lohnenswert? Wird sich das Problem mit den Immobilienhaien, die Donald handgreiflich vertreiben wollen, in Luft auf­lösen? Darauf können Sie, liebes Publikum, ihr Elektroauto und den Urlaub in der Toskana aber sowas von risikolos verwetten.

Wäre das Ganze ein Fantasy-Musical mit Tanzeinlagen, dann könnte man „Hampstead Park“ dank guter Darsteller vielleicht gelassen hinnehmen. Doch das Ärgernis an dieser Art von Feel-Good-Film sind die Berge von pittoresken Pseudo-Problemen, die sie ihrem Personal zumuten, um zumindest irgendeine Form von Spannung zu schaffen. Und nie ist irgendetwas davon ernst gemeint: Auch für die mit erheblichen Steuerproblemen belastete Emily, in deren Wohnung es schon durch die Decke tropft, wird es nach Verkauf ihrer Bude noch gerade mal eben für ein feudales Cottage am Themseufer reichen.

Hampstead (OT) GB 2017, 102 Min., R: Joel Hopkins, D: Diane Keaton, Brendan Gleeson, James Norton, Start: 24.8.

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