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„Hana, Dul, Sed“ im Kino

Hana, Dul, Sed

Sie heißen „Schöne Lieblichkeit“ oder „Duftende Jade“, aber wenn es darauf ankommt, dann können sie auch kämpfen und schießen: Die nordkoreanischen Fußballspielerinnen, die in dem Dokumentarfilm „Hana, Dul, Sed“ von Brigitte Weich und Karin Macher porträtiert werden, haben 2003 und 2004 wesentliche Begegnungen jeweils mit 0:3 verloren und wurden daraufhin durch jüngere Kräfte ersetzt. Hier geht es aber nicht nur um sportliche Leistungen, sondern auch um den Übergang nach der Karriere in das berufliche und private Leben. Hier gilt im Grunde immer noch, was die Spielerinnen schon zuvor geäußert haben: Sie wollen „dem General eine Freude machen“. Der General, das ist Kim Jong-il, Vorsitzender der Partei der Arbeit in der nordkoreanischen Parteidiktatur, von der „Hana, Dul, Sed“ ein fast idyllisches Bild zeichnet: Die Sportlerinnen bekommen für besondere Leistungen eine Wohnung, Zweifel an ihrer Regimetreue tauchen nicht auf. Ihrer Integrität tut dies keinen Abbruch. Was dem Film aber eindeutig fehlt, ist eine Reflexion auf den Stellenwert des Sports in der autoritären Gesellschaft.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Hana, Dul, Sed“ im Kino in Berlin

Hana, Dul, Sed, Österreich 2009; Regie: Brigitte Weich, Karin Macher; 98 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 9. Juni

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