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„Hangover 3“ im Kino

Hangover 3

Nach zwei Ausgaben der Absturz-Serie „Hangover“ ist von dem vierköpfigen „Wolfsrudel“ eigentlich nur noch der schwer sozialisierbare Alan (Zach Galifianakis) übrig, der als hemmungsloser Narziss mehr oder weniger konstitutiv auf der anderen Seite der Rauschgrenze lebt. Er steht nun im dritten Teil im Mittelpunkt, und zwar in einer geschickten Wendung der bisherigen Dramaturgie: Nach einer „Intervention“ (eine typisch amerikanische Verhaltensform, bei der Freunde einem Sorgenkind organisiert ins Gewissen reden) soll Alan in ein Sanatorium gebracht werden. Das geht natürlich schief, und führt zu einem Abstecher nach Mexiko, an dessen Ende die vier Herren wieder einmal in Las Vegas sind. Todd Philipps und sein Co-Autor Craig Mazin rekapitulieren in „Hangover 3“ geradezu liebevoll das (auf Grundlage der ursprünglichen Ideen von Jon Lucas und Scott Moore) bisher Erreichte, und schaffen dabei eine gute Balance zwischen Skandal und Surrealismus. Dass die immer noch ziemlich anstößige Figur Chow sogar einen Judenwitz reißt (der allerdings wirklich nicht ankommt), zeugt von der Souveränität, mit der sich das Franchise hier aus den Fallen einer exotischen Verortung von Transgression wieder befreit. Der wirkliche Wahnsinn, das ist jenes Amerika, in das Alan sich am Ende (mit einer wunderbaren, neuen Partnerin) so integriert, dass er darin nur als Sprengkörper gesehen werden kann.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Melinda Sue Gordon / 2012 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Hangover 3“ im Kino in Berlin

Hangover 3 (Hangover Part III), USA 2013; Regie: Todd Phillips; Darsteller: Bradley Cooper (Phil), Ed Helms (Stu), Zach Galifianakis (Alan); 100 Minuten; FSK 12

Kinostart: 30. Mai 2013

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