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Hannah Herzsprung als Punkdichterin in „Pink“ im Kino

Solvenz allein ist dabei kein Kriterium, denn da stehen sich die drei Kandidaten um die Gunst der „Punkdichterin“ Pink mit der glänzenden schwarzen Perücke in nichts nach. Der Hype um die Poetin erschließt sich kaum aus deren lyrischen Erzeugnissen und gilt wohl eher Hannah Herzsprung, dem It-Girl des deutschen Kinos mit der jugendlichen Energie und dem fraulichen Moreau-Mund.
Thome, der Franzose unter den deutschen Autorenfilmern, dessen wohlsituierte Welt selbst gerne einen Hauch von Pink trägt, legt ein erstaunliches Tempo vor. Strukturiert durch den Wechsel der Jahreszeiten spielt er mit dem Kontrast zwischen erzählerischen Ellipsen und der entschleunigten Alltäglichkeit der einzelnen Szenen. Die herzlich banalen Dialoge sind Bremsspuren beim Wechsel der Geschwindigkeiten und Elemente der romantischen Ironisierung, ohne welche die finale Apotheose des Kleinfamilienidylls kaum erträglich wäre. Am Ende leuchtet die rote Krabbeldecke statt der roten Sonne.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Pink“ im Kino in Berlin

Pink, Deutschland 2008; Regie: Rudolph Thome; Darsteller: Hannah Herzsprung (Pink), Guntram Brattia (Carlo), Florian Panzner (Georg); Farbe, 82 Minuten

Kinostart: 20. August

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