Tragikomödie

„Happy Burnout“ im Kino

Echte Probleme – Gibt es so etwas, ein „Happy Burnout“?

Foto: Warner

Wotan Wilke Möhring als Idealbesetzung: Fussel ist Punk aus Überzeugung. Mit Mitte 40 und dank einer Angestellten im Jobcenter kommt er immer noch ohne Arbeit über die Runden. Doch die Sache droht aufzufliegen, die einzige Chance: Fussel muss sich mit Burnout in eine ­Klinik begeben. Vor Ort bekommt er es nicht nur mit der resoluten Therapeutin Alexandra (Anke Engelke) zu tun, sondern auch mit Menschen, die echte Probleme haben. Fussel bringt frischen Wind in den Klinikbetrieb. Zum ersten Mal bekommt der Altpunk ein Gefühl dafür, wie es sein müsste, etwas Sinnvolles zu tun. Für die Mitmenschen, aber auch für sich. Etwa, sich um die eigene Tochter zu kümmern.
Mit Filmen wie „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ hat Regisseur André Erkau intelligente Komödien mit ernstem Hintergrund kreiert. Auch hier folgt man dem Schlitzohr Fussel gerne bei ­seinem bunten Treiben. Doch in der zweiten Hälfte machen es sich Erkau und sein Drehbuch­autor Gernot Gricksch zu leicht, lösen sich Konflikte in Wohlgefallen auf – auf Kosten der Glaubwürdigkeit.

Happy Burnout D 2017, 102 Min., R: André Erkau, D: Wotan Wilke Möhring, Anke Engelke, Michael Wittenborn, Kostja Ullmann, Julia Koschitz, Start: 27.4.

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