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„Happy New Year“ im Kino

Happy New Year

„Hier laufen mehr Promis herum als in einer Entzugsklinik“, bemerkt Katherine Heigl an einer Stelle von „Happy New Year“ und meint damit eigentlich die Silvesterparty, für die sie das Catering organisiert und nicht Garry Marshalls silvesterliche Episoden-Dramödie. Auf die würde dieser Satz aber auch bestens passen. Zum Anvisieren denkbar unterschiedlichster Zuschauerzielgruppen, tauchen hier unter anderem Jessica Biel, Zac Efron und Ashton Kutcher auf. Jon Bon Jovi schmalzt, und Robert De Niro dämmert seinem Ende entgegen, will aber noch einmal sehen, wie der leuchtende Ball am New Yorker Times Square ins neue Jahr rutscht. Sarah Jessica Parker gibt derweil eine Kontrollfreak-Mutti, die sich beim Date um Mitternacht einer neuen Liebe öffnet. Und während Teutonen-Export Til Schweiger und seine schwangere Partnerin sich mit einem anderen Paar einen Wettstreit über das erste Neujahrskind der Stadt liefern, hat Hilary Swank mit technischen Widrigkeiten zu kämpfen, weil sich der Times-Square-Ball nicht bewegen will.
Mit „Happy New Year“ greift Regisseur Marshall noch einmal das Konzept auf, das schon in seinem Film „Valentinstag“ nicht funktionierte: Wieder werden eine Vielzuvielzahl von Geschichten unter einem festtäglichen Anlass zusammengezurrt und wieder soll eine inflationäre Anhäufung bekannter Gesichter davon ablenken, dass die sich gelegentlich berührenden Handlungen furchtbar seicht, unverbindlich und einfallslos sind. Was nach zwei lähmend lahmen Stunden bleibt, ist das Gefühl eines Neujahrkaters nach einer Silvesterparty, die man sich trotz vielversprechender Voraussetzungen erst unterhaltsam trinken musste.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Happy New Year“ im Kino in Berlin

Happy New Year (New Year’s Eve), USA 2011; Regie: Garry Marshall; Darsteller: Halle Berry (Schwester Aimee), Jessica Biel (Tess), Jon Bon Jovi (Jensen); 118 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 8. Dezember

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