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Harrison Ford in „Crossing Over“ im Kino

Im Mosaikstil von „Babel“ werden Episoden miteinander verschaltet. Sie erzählen von der derzeitig rigider gewordenen Einwanderungspolitik und ihrer hysterischen Auswirkungen – auf alle Beteiligten gleichermaßen.
Im Zentrum steht der Chef einer Spezialeinheit der Einwanderungsbehörde, die illegale Immigranten aufspürt, um sie schnellst­möglich des Landes zu verweisen. Harrison Ford spielt ihn fahrig als jemanden, der seinen harten Job mit weichem Kern ausführt. Um Ford ist ein etwas zu vielfältiges Arsenal von Figuren angeordnet. Sie stammen aus aller Herren Länder, Kulturen und Altersgruppen. Ihre unterschiedlichen Beweggründe, Amerikaner werden, sein oder bleiben zu wollen, verwirren sich, je länger der Film dauert. Beim Abarbeiten der einzelnen Episoden verliert „Crossing Over“ inszenatorisch und erzählerisch immer mehr an Konzentration. Was spannendes Politkino über das Selbstverständnis Amerikas nach 9/11 hätte werden können, verläuft sich schließlich im Getriebe standardisierter Mainstream­dramaturgie.

Text: Michael Baute

Orten und Zeiten: „Crossing Over“ im Kino in Berlin

tip-Bewertung: Annehmbar

Crossing Over, USA 2008; Regie: Wayne Kramer; Darsteller: Harrison Ford (Max Brogan), Ray Liotta (Cole Frankel), Ashley Judd (Denise Frankel); Farbe, 113 Minuten

Kinostart: 25. Juni

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