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„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ im Kino

Harry_PotterEs sieht nicht gut aus für die Guten: Professor Dumbledore ist nicht mehr, der dämonische Voldemort hat ein totalitäres Terror-Regime errichtet und unsere drei jugendlichen Zauberlehrlinge Harry Potter, Hermione Granger und Ron Weasley sind auf sich allein gestellt. Sie müssen Voldemorts Horkruxe, die Quellen seiner Unsterblichkeit und Zerstörungskraft, finden und vernichten, bevor sie selbst in die Fänge der Todesser geraten. Dementsprechend groß ist der Druck, der auf den Dreien lastet; zumal sie keinen richtigen Plan haben und ihre ziellose Suche bald einer verzweifelten Irrfahrt ähnelt. Und so dauert es denn auch nicht lange, bis ihre Freundschaft einer ernsten Zerreißprobe ausgesetzt wird.

Seines angeblich so enormen Umfanges wegen (800 Seiten), wurde der Stoff des abschließenden, siebenten Potter-Bandes, „Harry Potter and the Deathly Hallows“, zum Zwecke der besseren Verfilmbarkeit zweigeteilt. Man darf darin ruhig einen von wirtschaftlichen Interessen ablenkenden Vorwand sehen, ist doch der fünfte Band, „Harry Potter and the Order of the Phoenix“, der dickste der Reihe (950 Seiten), und der passte auch in einen Film. Regie führte dabei seinerzeit erstmals David Yates, der das Franchise fortan nicht mehr aus der Hand gab, unbeirrt vom reserviert-lauwarmen Echo, das seine Versuche, der motivischen Dichte der Vorlagen filmisch gerecht zu werden, bei Kritikern und Lesern hervorbrachten.

Harry_PotterFür „Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1“ stand demnach Schlimmstes zu befürchten. Und doch ist dieser Teil, mit seiner ganzen Erdenschwere und Düsternis, seiner tiefen Melancholie und seiner tragödienhaften Langsamkeit, der bei weitem gelungenste der ganzen Reihe. Erzählt wird die Geschichte einer Wanderschaft, die sich in eine schier endlose Reise ins Nichts verwandelt; geradezu bescheiden nehmen sich in ihr einige wenige Action-Sequenzen aus. Stattdessen konzentriert sich Yates auf die dramatischen Konflikte der Figuren und setzt sie in großartigen Landschaftstableaus (gedreht wurde in England und Wales) mit ruhiger Hand und Gespür für leise Töne in Szene. Allerdings ist der vorliegende Film halt eben auch Teil eins von zwei und somit möglicherweise nicht mehr als eine einzige lange Exposition, auf die im Sommer 2011 mit „Part 2“ eine einzige langweilige Explosion folgt.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ im Kino in Berlin

Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 Großbritannien/USA 2010; Regie: David Yates; Darsteller: Daniel Radcliffe (Harry Potter), Emma Watson  (Hermione aka Hermine Granger), Rupert Grint  (Ron Weasley); 146 Minuten; FSK 12

Kinostart: 18. November

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