Dokumentarfilm

„Haunted“ im Kino

Der Krieg in Syrien und seine Folgen sind jeden Tag in den Nachrichten, doch was bedeuten Zerstörung, Angst und Heimatverlust wirklich?

Foto: Mecfilm
Foto: Mecfilm

Regisseurin Liwaa Yazji bietet einen ganz direkten Zugang: Sie spricht etwa per Skype mit Freunden, die noch im Kriegsgebiet ausharren – während die Granateneinschläge hörbar näher kommen.
Fragen türmen sich auf: Soll man gehen? Kommt man überhaupt noch raus? Was nimmt man mit? Einer der Protagonisten erzählt, wie er schon dreimal alles ein- und wieder ausgepackt hat.
Die Angst vor Plünderungen treibt viele Menschen um, ebenso die Vorstellung, dass es aufgrund der Kriegszerstörung vielleicht gar keinen Ort mehr gibt, an den man zurückkehren kann. Und denen, die schon geflohen sind, ergeht es auch nicht unbedingt besser, sie hausen unter unwürdigen Umständen in einem alten Gefängnis oder in antiken Ruinen. „Es ist wie im Mittelalter“, sagt einer. „Haunted“ ist ein Film über den Verlust: Mit dem Haus, den Gegenständen des täglichen Lebens und der Heimat geht auch alles verloren, was dem Menschen Stabilität und Sicherheit im Leben verleiht. Sehr eindrücklich.

Maskoon (OT) SYR 2014, 112 Min., R: Liwaa Yazji, Start: 24.11.

Bewertungspunkte2

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