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„Heavy Metal in Bagdad“ im Babylon

Foto_von_VBS.TV_VICE-FilmsSie hatten sich an die Fersen der wohl einzigen Metal-Combo des Irak, Acrassicauda, geheftet und trafen dabei auf normale junge Leute, die gern laute Musik machen – wenn man sie denn lässt. Doch nur sechs Auftritte in fünfeinhalb Jahren Bandexistenz sprechen eine andere Sprache. Denn die Gesellschaft im Foto_von_Hevy_Metal_in_BagdadIrak ist nicht eben Metal-freundlich (was einer der Musiker mit dem tragikomischen Missverständnis erklärt, seine Landsleute fühlten sich beim Headbangen an das Kopfnicken betender orthodoxer Juden erinnert), und dann ist da ja auch noch der Bürgerkrieg: „Ein Albtraum, aus dem man nicht aufwacht.“ Am Ende ist der Proberaum von einer Bombe zerstört, und die Musiker sitzen deprimiert im syrischen Exil, wo sie verbissen an ihrem Stück persönlicher Freiheit festhalten. Viel mehr bleibt ihnen zurzeit auch nicht übrig.

Text: Lars Penning
Foto: VBS.TV VICE-Films

Heavy Metal in Bagdad USA/Kanada 2007;
Regie: Eddy Moretti und Suroosh Alvi; Farbe,
84 Minuten, Tilsiter Lichtspiele, 3.-5. + 9.-12.10.,
Babylon Kino, 4.-9.10.

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