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Heiteres Gemetzel: „Zombieland“ im Kino

Regel Nr. 1: Halte dich fit, denn die Unsportlichen kriegen sie zu­erst. Regel Nr. 4: Vorsicht auf der Toilette, denn mit heruntergelassenen Hosen bist du ihnen schutz­­los ausgeliefert. Regel Nr. 17: Sei kein Held, denn Helden sterben früh. Der Teenager Columbus schlägt sich allein durch ein entvölkertes Texas, und dank einer Handvoll selbst auferlegter Regeln schafft er es immer wieder, dem Hunger einer besonders flinken und bösartigen Sorte von Zombies zu entgehen, die sich über die ganze Welt ausgebreitet hat. Nachdem er seinen Wagen im Zuge einer handfesten Auseinandersetzung mit paar Untoten zerlegt hat (Regel Nr. 3: Schnall dich an), trifft Columbus den leidenschaftlichen Zombie-Killer Tallahassee (Woody Harrelson in seiner blutigsten Rolle seit „Natural Born Killers“) und die listigen Schwestern Wichita und Little Rock. Trotz anfänglicher Unstimmigkeiten machen sich die vier gemeinsam auf die Suche nach einer zombiefreien Enklave.
Nach der britischen Erfolgsproduktion „Shaun of the Dead“ versucht sich „Zombieland“ als zweiter Zombiefilm der jüngeren Generation an einem fröhlichen Crossover zwischen Splatter und Slapstick. „Shaun of the Dead“ zog seine Komik aus der Unbedarftheit seiner Figuren – und aus der Schwierigkeit, in einem Vorort von London Waffen aufzutreiben, die zur effizienten Bekämpfung der Zombiebrut geeignet sind. Den Protagonisten von „Zombieland“ scheinen Waffen und Munition dagegen in unbegrenzten Mengen zur Verfügung zu stehen: Die entmenschten Biester werden mit einem beachtlichen handwerklichen Geschick erschossen, zersägt und sonst wie niedergestreckt.
Das Lustige an diesem Film ist – neben einem epochalen Cameo-Auftritt eines Superstars, auf den an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden kann – der ständige Kontrast zwischen der genussvoll inszenierten Kaltschnäuzigkeit, mit der sich die Überlebenden gegen die Zombies zur Wehr setzen, und ihrem durch und durch pubertären Umgang untereinander: „Resident Evil“ trifft „Superbad“. Die Außenseiter kommen sich schließlich näher, aus der Zweckgemeinschaft wird eine Ersatzfamilie, und Columbus lernt, dass manche Regeln dazu da sind, gebrochen zu werden. Das ist wenig überraschend, aber sehr unterhaltsam.

Text: Heiko Zwirner

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Zombieland“ im Kino in Berlin

Zombieland, USA 2009; Regie: Ruben Fleischer; Darsteller: Woody Harrelson (Tallahassee), Jesse Eisenberg (Columbus), Emma Stone (Wichita); Farbe, 88 Minuten

Kinostart: 10. Dezember

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