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„Helden des Polarkreises“ im Kino

Helden des Polarkreises

Mythos nordische Seele. Wie hält sie das aus, dort oben in der Schwärze der Zeit und bei bissiger Kälte? Nur mit viel Alkohol und einem Digitalreceiver, wie uns Regisseur Dome Karukoski in seiner turbulenten Komödie „Helden des Polarkreises“ weismachen will. Als „Held“ Janne, ein Weichei erster Güte, das Geld seiner Freundin versäuft, anstatt es in das technische Wunderwerk zu investieren, droht das Ende der Beziehung. Schließlich wird anderntags das Analog-TV abgestellt, und damit sähe es im kuscheligen Nest der beiden noch düsterer aus. Also mobilisiert Janne seine Kumpels, stopft sie in eine knallgelbe Karre und rauscht mit ihnen durch eine 350 Kilometer lange Nacht, um bis zum nächsten Morgen das Gerät, das die Verbindung zur Welt garantieren soll, zu ergattern.
Wenn da nur nicht Rentiere, Kampflesben, Polizisten, der so erfolgreiche, aber umso widerlichere Ex seiner Angebeteten, ja
sogar die russische Mafia am Wegesrand lauern würden, um ein Happy End zu torpedieren. „Helden des Polarkreises“ ist recht schlicht, aber trotzdem unterhaltsam, weil melancholisch, lakonisch und immer ein bisschen am Rand des Irrsinns.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Jami Granstrom/Helsinki filmi

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Helden des Polarkreises“ im Kino in Berlin

Helden des Polarkreises (Napapiirin Sankarit), Finnland/Island/Schweden 2010; Regie: Dome Karukoski; Darsteller: Pamela Tola (Inari), Jussi Vatanen (Janne), Jasper Pääkkönen (Kapu); 95 Minuten; FSK 12

Kinostart: 12. Januar

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