Neo-Western

„Hell Or High Water“ im Kino

Texas Ranger Marcus Hamilton freut sich sichtlich über den Banküberfall. Damit lässt sich die Zeit bis zur Pensionierung sinnvoll füllen

Foto: Paramount/ Lorey Sebastian

Als kurz darauf weitere Filialen der ­Midland Bank ausgeraubt werden, nimmt der Gesetzeshüter der alten Schule gemächlich, aber mit bauernschlauer Logik, mit Deputy Alberto die Fährte auf. Toby und ­Tanner ­Howard rauben die Banken aus. Toby ist der Besonnenere des Brüderpaars, Tanner der soziopathische Hitzkopf. Gemeinsam ­wollen sie die elterliche Farm vor der Zwangsvollstreckung retten, in die sie die Midland Bank mit fiesen Methoden treibt. ­Warum also die Bank nicht mit ihrem eigenen Geld bezahlen?
Mit „Hell Or High Water“ ist dem schottischen (!) Regisseur David Mackenzie („Perfect ­Sense“) ein staubtrockener Neo-Western gelungen, ein sich mit trügerischer Trägheit zuspitzendes Räuber-und-Gendarm-Drama mit gleich zwei unterschiedlichen Showdowns. Neben den grandiosen Hauptdarstellern glänzen viele Nebenfiguren und entfalten das ­gallige Bild einer verlorenen, waffenstarrenden und im guten wie im schlechten Sinne mit altmodischen Werten bestückten Gesellschaft. Die Bilder zeigen die Spuren einer gestohlenen und vergewaltigten Landschaft, der Soundtrack sitzt passgenau.
Gelegentlich lassen die lakonischen, schräghumorigen und un-pc-haften Dialoge sowie die kauzigen Charaktere an das Coen-Meisterwerk „No Country For Old Men“ denken. Aber Mackenzies hinterhältiger Film hat mit seinen wie beiläufig eingestreuten Kommentaren zur gesellschaftlichen Realität selbst das Zeug zum Klassiker.

Hell or High Water USA 2016, 102 Min., R: David Mackenzie, D: Chris Pine, Jeff Bridges, Ben Foster, Start: 12.1.

Bewertungspunkte2

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