Romantisches Drama

„Die verborgenen Farben der Dinge“ im Kino

Liebe zu einer starken blinden Frau: „Die verborgenen Farben der Dinge“

Foto: Film Kino Text

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.Emma, die blinde Osteopathin: trotz ihres Handicaps ein ausgeglichener Mensch, mit sich selbst im Reinen. Der Werbefachmann Teo: hat eine Freundin, dazu eine Geliebte, aber ganz bei sich scheint er nur in seinen eigenen vier Wänden im Dialog mit einem Saugroboter – oder aber wenn sein Handy klingelt und es berufliche Herausforderungen zu meistern gilt. Also genau die richtigen Protagonisten für eine romantische Komödie?
Im Kino werden Blinde oft als bemitleidenswerte Menschen gezeigt. Dem setzt Silvio Soldini („Brot und Tulpen“) in „Die verborgenen Farben der Dinge“ etwas Anderes entgegen. Inspiriert von seinen Erfahrungen bei der Arbeit an einem Dokumentarfilm über Blinde zeigt er seine Protagonistin Emma als schlagfertige Frau, die nicht mit ihrem Schicksal hadert, sondern das Beste aus ihrem Leben macht. Während Teo als Werbeprofi davon lebt, den Leuten etwas vorzumachen, was auch auf sein Verhalten jenseits der Arbeit abfärbt.
Am Schluss sieht es nach einem Happy End aus, das dürfte für Diskussionen unter den Zuschauern sorgen: Hat Teo diese Frau wirklich verdient? Glauben wir ihm seine Wandlung vom Frauenhelden, der sich nie festlegen will, zu einem, der Verantwortung empfindet? Zweifel sind angebracht, aber was wirklich zählt in diesem Film, ist die darstellerische Leistung von Valeria Golino.

Il colore nascosto delle cose (OT) I/CH 2017, 115 Min., R: Silvio Soldini, D: Valeria Golino, Adriano Giannini, Arianna Scommegna, Laura Adriani, Start: 26.7.

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