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Herausragend: „Moonrise Kingdom“

In den Filmen von Wes Anderson spiegelt sich der Irrwitz des Erwachsenendaseins in kleinen Modellwelten wider, in denen sich jederzeit alle Maßstäbe spielerisch verändern können. Auch in „Moonrise Kingdom“ geht es munter von einem Genre zum nächsten, vom Liebesmelodram zum miniaturisierten Pfadfinderwestern zum Mikrodesastermovie, während junge Gefühle gewaltige Größe gewinnen. Andersons siebenter Film ist wie gewohnt aktionistisch und zugleich abstrakt, was ihm auch die Freiheit gibt, die im Jahr 1965 angesiedelte Liebesgeschichte seiner zwölfjährigen Helden (Jared Gilman und Kara Hayward) als surreales, aber dabei immer noch berührendes Gaggewitter zu inszenieren. Routinierte Anderson-Mitspieler (Bill Murray, Jason Schwartz­man) finden gut gelaunte Starverstärkung in Bruce Willis, Edward Norton und Tilda Swinton, die auf einer Insel vor der Küste New Englands versuchen, das Schicksal der beiden Kinder in die gehörigen Bahnen zu lenken. Ein vergebliches Unterfangen, wie man ahnt. Junge Liebe trotzt selbst der Sinnflut, wenn es sein muss.    

Text: Robert Weixlbaumer
Foto: Tobis Film
tip-Bewertung: Herausragend

Moonrise Kingdom im Kino in Berlin
USA 2012; Regie: Wes Anderson; Darsteller: Jared Gilman (Sam), Kara Hayward (Suzy), Bruce Willis (Captain Sharp);
98 Minuten; FSK 12;
Kinostart: 24. Mai

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