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„Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ im Kino

Herr Wichmann aus der dritten Reihe

Henryk Wichmann von der CDU hat es geschafft. Als ihn Andreas Dresen vor zehn Jahren erstmals mit der Kamera beobachtete, war er ein junger politischer Nobody, der in der Langeweile seines Wahlkreises in der Uckermark nicht versanden wollte. 2009 dann, bei den nächsten Wahlen, kam Wichmann als Nachrücker in den Brandenburger Landtag. Da sitzt er nun in der dritten Reihe, wenn er nicht täglich vier bis fünf Stunden mit seinem Auto herumfährt, um all die Nöte in seinem Wahlkreis zu sammeln. Ein Jahr lang hat ihn Andreas Dresen erneut begleitet und die klamme Schadenfreude über den einst linkischen Politikanwärter weicht leisem Beifall angesichts des unermüdlich wirkenden Engagements des 33-Jährigen.
Ob der Ausbau eines Radwegs durch das Territorium eines Schreiadlers oder der Stopp der Züge im Nest Vogelsang zu verhandeln ist – Wichmann konfrontiert sich unverdrossen mit den Problemlagen seiner Wähler und sucht nach Lösungen. Einen hübschen PR-Film hat ihm Andreas Dresen mit seiner Dokumentation beschert, mit viel „human touch“, paradoxen Szenen und erschöpfenden Einblicken in die Mühen eines Lokalpolitikers.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Peter Hartwig / Piffl Medien GmbH 2012

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ im Kino in Berlin

Herr Wichmann aus der dritten Reihe, Deutschland 2012; Regie: An­dreas Dresen; 93 Minuten; FSK 0

Kinostart: 6. September

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