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High-Tech-Schlachten: „Pacific Rim“ im Kino

Pacific Rim

Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro („Hellboy“, „Pans Labyrinth“) ist Hollywoods Super-Geek. Aus den B-Filmstoffen von gestern macht er die A-Blockbuster von heute. Für „Pacific Rim“ greift del Toro Motive des in den 1960er-Jahren weltweit populären Kaiju Eiga, des japanischen Monsterfilms, auf. Riesenmonster, die Kaiju, tauchen aus einem Unterseegraben am Grund des Pazifik auf und bedrohen die Menschheit. Zur Abwehr der gigantischen Bestien werden gewaltige Kampfroboter konstruiert, die Jaeger, die von zwei Piloten, hier ein tapferer Amerikaner und eine zierliche, traumatisierte Japanerin, per Gedankenverschmelzung gesteuert werden.
Auch wenn die Bezeichnung Kaiju in Japan eher für riesenhafte Tiere oder mythologische Fabelwesen wie Godzilla steht, wird das Wort in der westlichen Popkultur mit „Monster“ übersetzt. Während die alten Dai Kaiju, die Riesen-Monster, stets von tapferen Schauspielern in Latexkostümen dargestellt wurden, die durch Miniaturkulissen tobten und gegen Spielzeugpanzer kämpften, sind die neuen Kaiju imposante, digital im Computer animierte Kreaturen. In del Toros auf 180 Millionen US-Dollar Produktionskosten geschätztem 3D-Schlachtengemälde bekommen es diese unglaublich realistisch wirkenden Kaiju nun mit Robotern zu tun, deren stilistische Vorfahren irgendwo zwischen den ursprünglich auch aus Japan stammenden „Transformers“ und der amerikanischen Superheldenwaffe „Iron Man“ zu verorten sind.
Die naiv-sympathischen Gummimonster waren immer Barometer japanischer Befindlichkeiten. Auf den Schultern der fabelhaften Giganten konnten nationale Traumata wie die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki abgeladen werden. Im Kaiju Eiga schwappten schon in den 1980er-Jahren Monsterwellen über japanische Atomkraftwerke. „Pacific Rim“ ist ein leidenschaftlicher Fan-Film mit liebevoll charakterisierten B-Film-Figuren in tricktechnischer Perfektion, aber ohne offensichtlichen politischen Subtext. Doch er wird nicht der einzige Kaijufilm von „Legendary Pictures“ bleiben. Derzeit realisiert der Brite Gareth Edwards („Monsters“) ein erneutes US-Remake von „Godzilla“. Man darf gespannt sein, ob die atomare Riesenechse durch Radioaktivität aus Fukushima wiederbelebt wird.

Text: Jörg Buttgereit

Foto: 2013 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures Funding, LLC

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Pacific Rim“ im Kino in Berlin

Pacific Rim, USA 2013; Regie: Guillermo del Toro; Darsteller: Charlie Hunnam (Raleigh Antrobus), Idris Elba (Stacker Pentecost), Rinko Kikuchi (Mako); 131 Minuten; FSK 12

Kinostart: 18. Juli

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