Melodram

„Hinter den Wolken“ im Kino

Neue alte Liebe: „Hinter den Wolken“ liegt vielleicht das späte Glück

Foto: Pandora

Zur Beerdigung ihres Mannes Frederik sieht seine Witwe Emma (Chris Lomme) ausgerechnet ihn wieder: Gerard (Jo De Meyere). ­Damals, vor mehr als 50 Jahren, da waren Emma, Frederik und Gerard eine Dreiergang; die jungen Männer beste Freunde und Gerard Emmas erste große Liebe. Doch wie die Dinge halt so laufen hat sich Emma für Frederik entschieden, Gerard verschwand aus ihrem ­Leben.

Und nun ist er wieder da und umgarnt Emma, sehr vorsichtig. Die fühlt sich zwar immer noch – oder wieder – zu Gerard hingezogen, weiß aber nicht, ob sie sich auf eine neue Beziehung einlassen soll: In ihrem Alter und so kurz nach Frederiks Tod! Unverständnis erfährt Emma von ihrer Tochter Jacky (Katelijne Verbeke). Doch die hat gut reden, schließlich hängt sie selbst in einer Affäre mit einem verheirateten Mann fest. Aber auch Emmas so geliebte Enkelin Evelien (Charlotte De Bruyne) tut sich schwer mit den Bedürfnissen ihrer Großmutter. Aber Gerard hat ja recht, wenn es sagt: „Uns bleibt nicht mehr so viel Zeit!“

Es ist die reifere Generation, die dem Kino die Treue hält. Regisseurin Cecilia Verheyden richtet sich nun sogar an die Generation 70plus und erzählt in diesem schönen, flämischen Film ihre Geschichte ebenso bedächtig wie ihre Protagonisten miteinander umgehen. Doch hinter den vom Leben gezeichneten ­Gesichtern lodern sehr wohl die Emotionen. Gewürzt ist die wohlsituierte Szenerie mit ­einem leisen Humor.

Achter de wolken (OT) B 2016, 108 Min., R: Cecilia Verheyden, D: Chris Lomme, Jo De Meyere, Charlotte De Bruyne, Katelijne Verbeke, Start: 20.10.

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