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Hitchcock nonstop im Babylon Mitte

Hitchcock

Er hat beileibe nicht nur Meisterwerke gedreht, der „Meister des Suspense“. Mit einem eher unguten Grausen erinnert man sich  vielleicht an einen Teil des Spätwerks wie „Torn Curtain“ und „Topaz“, bei denen Alfred Hitchcock beim Drehen ganz offensichtlich das Interesse verloren hatte. Denn seine Art des implausiblen Kriminalfilms brauchte die volle Kontrolle des Regisseurs, sie benötigte Tempo, schwarzen Humor, atemberaubenden Sex-Appeal und die Einbindung des Publikums in das Geschehen. Doch wenn Sir Alfred ganz auf der Höhe war, dann war er der Beste: ein kompromissloser Experimentalfilmer in Hollywoods Studiosystem, der seine eigenen Obsessionen zwischen katholisch-verklemmter Moral und sexueller Perversion auf die Leinwand bannte – während das Publikum zumeist glaubte, gerade eine lustige Kriminalkomödie zu sehen. Viele seiner besten Werke kann man nun in einer umfassenden Retrospektive im Babylon Mitte wiedersehen, im „Hitchcock Marathon“ gleich acht davon nonstop, darunter natürlich auch „Die Vögel“ (Foto).

Text: Lars Penning

Retrospektive Alfred Hitchcock, Babylon Mitte, Fr 17.6. bis So 10.7.

Hitchcock Marathon Sa 18.6.

www.babylonberlin.de

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