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„The House Of The Devil“ von Ti West

Weder aufwändige Spezialeffekt- Sauereien noch außergewöhnliche Handlungs-Gimmicks braucht West, um sein Publikum das Fürchten zu lehren, ihm reichen atmosphärische Musik, gelassene Kameraführung, punktgenaue Montage, der ein und der andere Erschrecker zur rechten Zeit und am Ende zwei/drei Eimer Kunstblut. Das Ergebnis ist ein subkutan wirkender, nervenzerfetzender Grusel, gespeist aus dem Umstand, dass in „The House of the Devil“ die Genre-Regeln weder ironisiert noch gebrochen, sondern beinhart befolgt werden.
In den besten Momenten erinnert die in den frühen 80er Jahren angesiedelte Geschichte der Studentin Sam, die in der Nacht einer totalen Mondfinsternis einen Babysitter-Job in einem einsam neben einem Friedhof gelegenen Haus annimmt, an die Filme Dario Argentos. Vor allem, als Sams Bewegung durch die Korridore und Räume des Anwesens nicht mehr vom selbstvergessenen Musikhören bestimmt wird, sondern vom angespannten Lauschen auf zunehmend seltsamer wirkende Geräusche. Eine Weile glaubt man, sich und Sam mit dem Verweis auf die dumme Streiche spielende lebhafte Fantasie retten zu können… Doch dann schlägt gnadenlos das Grauen zu.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: sehenswert

The House of the Devil, USA 2009; Regie: Ti West; 93 Minuten + Bonusmaterial: Behind the Scenes – In the House of the Devil, entfallene Szenen, Trailer; erschienen bei AL!VE AG

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