Thriller

„Hunter Killer“ im Kino

Von der beklemmenden Enge in Wolfgang Petersons „Das Boot“ ist in der USS Arkansas wenig zu spüren. Die Kommandozentrale im 8.000 Tonnen schweren Unterseeboot der Virginia-Klasse wirkt erstaunlich geräumig und ist mit modernster Technik ausgestattet

Concorde

Handlungsdramaturgisch folgen die streckenweise spannenden kriegerischen Auseinandersetzungen unter Wasser gängigen Vorbildern: Das ängstliche Lauschen der Besatzung auf Sonarsignale, bedrohliches Knarzen und Ächzen im Schiffsrumpf, Torpedoangriffe, Wassereinbruch nach Treffern, Chaos und Panik.

Nur der Kommandant, sympathisch dargestellt von Gerard Butler, behält die Nerven, neigt zu Moralpredigten und eigenwilligen Entscheidungen. Parallel zum U-Boot Thriller-Geschehen zeigt ein zweiter Handlungsstrang einen geheimen Spionage-Einsatz mit vier US-Navy Seals auf der zur Russischen Föderation gehörenden Halbinsel Kola (gedreht wurden die Außenaufnahmen in Bulgarien), und dann geht es auch noch um einen Staatsstreich in Russland und die Reaktionen des US-Militärs darauf.

Genug Stoff für drei Filme, für eingehende Charakterdarstellung bleibt da wenig Raum. Gary Oldman kann sein schauspielerisches Talent in einer Nebenrolle nicht entfalten, die Darsteller des russischen Präsidenten und des Bösewichts, ein fanatischer russischer Admiral, können ihren Rollen kein Profil verleihen. Beeindruckend dagegen Michael Nyqvist als russischer U-Boot Kapitän, beim Dreh war der im Juni vergangenen Jahres an Krebs verstorbene Schwede schon sichtlich von der Krankheit gezeichnet.

Was die Glaubwürdigkeit des Geschehens angeht, wird dem Zuschauer einiges zugemutet, besonders die Rettung des russischen Präsidenten durch die Navy Seals ist völlig abwegig, einige Dialoge und Aktionen sorgen gelegentlich für ungewollte Komik und mindern die Dramatik.

Hunter Killer USA 2018, 122 Min., R: Donovan Marsh, D: Gerard Butler, Gary Oldman, Common, Michael Nyqvist, Linda Cardellini, Start: 25.10.

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