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Im Bann der Afroperücke: „Black Dynamite“

Black DynamiteMänner fürchten ihn, Frauen vergöttern ihn – der supercoole, unschlagbare und nahezu kugelsichere Superheld Black Dynamite explodiert förmlich bei Kungfu-Gefechten mit Prügelknaben aller Gewichtsklassen und sprengt die Herzen der stolzesten Frauen. Als sein Bruder ermordet wird und die Dealer harte Drogen sogar an Kinder verkaufen, fackelt er nicht lange und bringt mit Unterstützung der Black Panther alle Schuldigen zur Strecke.
Diese irrwitzige Parodie auf Blaxploitaion- und Bruce Lee-Filme der 1970er Jahre amüsiert mit gewollt dilettantischen Stunts, theatralischen Auftritten, eitlen Zuhältern mit Lockenwickler und Macho-Männern mit Mini-Pimmeln. Am komischsten aber wirken aus heutiger Sicht die Kostüme im Pop-Stil der damaligen Zeit: die zum Schreien geschmacklose, grellfarbige Kleidung geckenhafter Gangster, die überdimensionierten Hemdkragen und Afroperücken. Black Dynamite, der Leder- oder Denim-Kluft bevorzugt, schafft es mit Fäusten, Feuerwaffen und wirbelnden Nun-chakus, die Straßen der Stadt vom Gesindel zu säubern, und nach einer langen Reihe erstaunlich spitzfindiger Spekulationen kommt er dem Oberschurken auf die Spur: Sie führt ins Oval Office des Weißen Hauses, wo „Tricky Dickie“ Nixon seine kriminellen Pläne ausbrütet.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Annehmbar

Black Dynamite, USA 2009; Regie: Scott Sanders; 90 Minuten; Extras: Trailer, zusätzliche Szenen, Making of, Interviews, Pressekonferenz. Erschienen bei Universum Film

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